Wuppertal.  Die Seilbahn über den Rhein vom Deutschen Eck zur Festung Ehrenbreitstein ist seit der Bundesgartenschau 2011 die touristische Attraktion der Stadt Koblenz. Buga und Seilbahn – das sind zwei Projekte, die in Wuppertal in den kommenden Monaten auf dem Prüfstand stehen. Am 20. Februar wird der Rat in Sachen Seilbahn Farbe bekennen müssen. Dem Grundsatzbeschluss würden weitere Planungsschritte folgen, die weit kostenaufwendiger wären als die Plausibilitätsprüfung oder alle bisherigen Maßnahmen der Bürgerbeteiligung und das bereits vorliegende Bürgergutachten. Nach dem Grundsatzbeschluss könnte es für die Seilbahn-Visionäre so richtig teuer werden. Von dem Planungsstand der Seilbahn ist das Projekt einer Gartenschau in Wuppertal noch weit entfernt. Die Idee hat ihren Reiz, denn mit ihren schönen Parkanlagen und Gärten, der renaturierten Wupper sowie der Schwebebahn und eventuell dann einer Seilbahn könnte sich Wuppertal ganz anders als die bisherigen Austragungsorte von Landes- und Bundesgartenschauen als grüne Stadt im Wandel ganzheitlich präsentieren. An die nachhaltigen Effekte der Regionale 2006 erinnert man sich in der Stadt gerne. Von der Regionale hat zum Beispiel die Hardt mächtig profitiert. Wenn man sich nicht auf das Einpflanzen von Blumenzwiebeln beschränkt, sondern städtebauliche und ökologische Aspekte in den Mittelpunkt rückt, dann kann eine Gartenschau noch weit mehr bewegen, als das Image der Stadt zu fördern und Touristen anzulocken. Mitspieler gäbe es in der Stadt genug: Viele der Parkanlagen und Gärten werden von Ehrenamtlern und Vereinen getragen. Der Barmer Verschönerungsverein, der Förderverein für historische Parkanlagen oder der Verein Neue Ufer sind einige Beispiele für das sogenannte bürgerschaftliche Engagement, das in Wuppertal auch in diesem Bereich stark ausgeprägt ist. Zudem gibt es Institutionen wie die Bergische Universität oder das Wuppertal Institut, die das Konzept der grünen Stadt im Wandel wissenschaftlich begleiten könnten. Wem das alles ein wenig zu utopisch klingt, der sei daran erinnert, dass nicht alle Visionen ein Fall für den Arzt sind. Das beste Beispiel dafür liefern derzeit die Brüder Markus und Thomas Riedel, die in den kommenden beiden Jahren den Bunker unter dem Döppersberg in einen Ort für kulturelle Veranstaltungen und einen spektakulären Club verwandeln wollen. Dass der Name Riedel einen guten Klang in Wuppertal hat, rundet die Vorfreude auf dieses Projekt nicht nur bei denen ab, die unter dem Döppersberg die Nacht zum Tage machen wollen. Die Riedels werden dicke Bretter sprich meterdicke Betonwände durchbohren müssen, bevor ihre Vision Wirklichkeit wird. Doch gerade weil es sich bei diesen beiden Investoren um in der Stadt verwurzelte Wuppertaler handelt, darf man davon ausgehen, dass der Bunker in guten Händen ist. Für das Umfeld rund um den Döppersberg kann es ja nur von Vorteil sein, wenn dort auch abends oder gar nachts Veranstaltungen stattfinden, damit die Riesenfläche zwischen Bahnhof und Fußgängerzone auch nach Ladenschluss belebt ist. In diesem Sinne ist auch der Baubeginn für das Factory Outlet Center im Frühjahr eine gute Nachricht für die Wuppertaler. Bunker und Bahndirektion sind seit Jahrzehnten totes Kapital im Herzen der Stadt. Und es gehört schon eine gewisse Portion Mut und ein starkes finanzielles Rückgrat dazu, die dicken, alten Mauern in Angriff zu nehmen. Reizvoll sind diese Projekte allemal, denn wenn sie gelingen, dann sind sowohl das FOC als auch der Disco-Bunker Unikate. Das Jahr 2017 ist erst ein paar Tage alt, aber schon jetzt ein spannendes Jahr. Ob die Visionen wahr werden oder wie Seifenblasen platzen – sie erfahren es auf jeden Fall in Ihrer WZ.

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