In der Stadthalle erzählt Gabriele von Lutzau über die Entführung der Landshut. Sie musste alles hautnah miterleben.

Gabriele von Lutzau spricht am Freitag, in der Stadthalle.
Gabriele von Lutzau spricht am Freitag, in der Stadthalle.

Gabriele von Lutzau spricht am Freitag, in der Stadthalle.

dpa

Gabriele von Lutzau spricht am Freitag, in der Stadthalle.

Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer: hingerichtet. Flugkapitän Jürgen Schumann: hingerichtet. Andreas Baader, Jan-Carl Raspe und Gudrun Ensslin nehmen sich das Leben. Das ist die Bilanz einer blutigen Zeit, die als „Deutscher Herbst“ in die Geschichte eingehen sollte. Es war die Zeit des Linksterrorismus, der selbst ernannten Rote Armee Fraktion.

Es war die Zeit, in denen junge Leute mit kruden politischen Ideen Jagd auf Funktionsträger in der Bundesrepublik Deutschland machten. Der Generalbundesanwalt Siegfried Buback war eines der Todesopfer, der Bankier Jürgen Ponto musste sterben. Und Hanns Martin Schleyer. Er wurde am Ende eines Entführungsdramas Tod im Kofferraum eines Autos gefunden, erschossen, regelrecht hingerichtet. Schleyer war der Preis dafür, dass Deutschland sich nicht erpressen lassen wollte von ein paar politischen Wirrköpfen, auch nicht von der „Palästinensischen Volksfront, die am 13. Oktober 1977 das Flugzeug mit dem Namen Landshut entführte. Dieser Tag sollte das Leben vieler Menschen für immer verändern. Einer davon ist Gabriele von Lutzau. Sie war damals Anfang 20 und noch neu in Diensten der Lufthansa. Stewardess war der Traum vieler junger Mädchen, und Gabriele konnte ihn sich erfüllen. Der Traum entpuppte sich als Alptraum, als ein Drama, mit der jungen Hessin in einer Hauptrolle.

Gabriele von Lutzau hat darüber nie ein Buch geschrieben. Sie ist auch nicht der Typ Mensch, der sich von Therapeuten helfen lassen will. Der heute 63 Jahre alte „Engel von Mogadischu“ verarbeitet die fünf schwersten Tage ihres Lebens in Bildhauerei. Ihre Vogel- und Flügel-Figuren aus Bronze und aus Holz sind das Ventil für die Ängste, den Hass, die Hoffnung, die Enttäuschung, die Trauer und das Glück, das mit ihren Erinnerungen an die Entführung der Landshut verbunden ist.

Was sie erlebt hat, was sie in ihren stattlichen Werken verarbeitet, darüber spricht Gabriele von Lutzau am Freitag, 13. Oktober, ab 19 Uhr, genau 40 Jahre nach dem Beginn der Entführung in der Stadthalle mit dem Chefredakteur der Westdeutschen Zeitung, Ulli Tückmantel.

Karten für die Veranstaltung gibt es zum Preis von zehn Euro im Vorverkauf in der Stadthalle (Johannisberg 40), 2. OG, täglich 9-17 Uhr oder telefonisch unter 24589-77. ll

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