Das gestrige Wahlergebnis in Wuppertal ist eine bittere Klatsche für die Sozialdemokraten im Tal. Mit fast 13 Prozent weniger Zweitstimmen verlieren die Wuppertaler Genossen stärker als im Bundestrend. Auch wenn es SPD-Direktkandidat Manfred Zöllmer nach derzeitigem Kenntnisstand haarscharf geschafft, hat, den Wahlkreis 103 erneut zu gewinnen, so war der gestrige Tag doch ein Warnschuss vor den Bug. Offenbar hat die Wuppertaler SPD in der großen Kooperation mehr Profil verloren als der Wähler verzeiht.

Mit dem Sieg von Jürgen Hardt im Wahlkreis 104 wird die Wuppertaler CDU in Zukunft zwei Abgeordnete nach Berlin schicken. Peter Hintze ist über die Landesliste abgesichert. Aber: Erstmals seit 20 Jahren haben auch die Grünen aus dem Tal mit Hermann Ott wieder einen Vertreter im Bundestag, und Manfred Todtenhausen von der FDP könnte mit ein wenig Glück ebenfalls noch das Ticket nach Berlin ziehen. Im besten Fall wären also fünf Bundestagsabgeordnete aus Wuppertal im nächsten Bundestag vertreten.

Da muss es doch möglich sein, die Sorgen und Nöte der Stadt im Bundestag zu thematisieren. Die Bundesregierung muss eine Gemeindefinanzreform auf den Weg bringen, damit Wuppertal wieder auf die Füße kommt. In den WZ-Interviews vor der Wahl haben alle Kandidaten unisono erklärt, dass dies auch ihr Ziel ist. Daran werden sie sich vor der nächsten Wahl messen lassen müssen.

 

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