Der Lionsclub Bergische Löwen unterstützt Heimkinder an der Nesselstraße.

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Lions-Präsident Wolf-Dieter Gawehn-Harnisch übergab den Kindern der Nesselstraße die neuen Computer.

Lions-Präsident Wolf-Dieter Gawehn-Harnisch übergab den Kindern der Nesselstraße die neuen Computer.

Andreas Fischer

Lions-Präsident Wolf-Dieter Gawehn-Harnisch übergab den Kindern der Nesselstraße die neuen Computer.

Barmen. Fast in jeder Stellenausschreibung werden sie verlangt: Gute Computer-Kenntnisse. Was auf dem Arbeitsmarkt eine gesuchte Qualifikation ist, bleibt vielen jungen Leuten verwehrt - deren Eltern kämpfen so vielen eigenen Problemen, dass sie nicht in der Lage sind, dem Nachwuchs die bestmöglichen Bildungschancen für die Karriere zu geben.

Immerhin für eine Gruppe von 15 Jungen möchte der Lionsclub Bergischer Löwe dieses gesellschaftliche Problem lösen. Der Verein spendete jetzt fünf Computer samt Internetanschluss. Symbolisch überreichte Wolf-Dieter Gawehn-Harnisch, Präsident der Bergischen Löwen, dem Kinderheim an der Nesselstraße die Sachspende.

Besonders eine der Wohngruppen, die Intensivgruppe "Lotus" der Kinder- und Jugendhilfe, profitiert von der Spende. Pädagogen und Erzieher kümmern sich in dieser Gruppe um 15 Jungen im Alter von 11 bis 15 Jahren, die Missbrauch erfahren haben und selbst durch gewalttätiges Verhalten auffällig geworden sind. Die Kinder werden stationär untergebracht, weil die Lebenssituationen in ihren Familien aufgrund von Arbeitslosigkeit, psychischen oder Suchterkrankungen und Gewalt sehr schwierig geworden sind.

Bis zu zwei Jahre bleiben die Kinder im Heim an der Nesselstraße

Weil das Ziel immer sei, dass die Kinder - wenn möglich - nach professioneller Unterstützung wieder in die "Ursprungsfamilie" zurückkehren, arbeitet das Team von Pädagogen und Erzieherin auch eng an der Beziehung zwischen Kind und Eltern. Das gelinge allerdings nicht immer. Dauert der Aufenthalt länger als zwei Jahre, so Bärbel Hoffmann von der evangelischen Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, sei eine Heimkehr sehr schwierig. Rund ein Drittel der Kinder kann erfahrungsgemäß wieder nach Hause zurück.

In der Zeit, in der die Kinder stationär an der Nesselstraße untergebracht sind, versuchen die Mitarbeiter, dem Leben ihrer Schützlinge feste Strukturen zu verleihen. Dazu gehört auch eine Kooperation mit der Johannes-Rau-Förderschule, um die Kinder zu einem Schulabschluss zu führen und so sie auf das Berufsleben vorzubereiten.

Die von den Lions gespendeten Computer haben vordergründig einen anderen Zweck: "Wir wollen den Kindern einen verantwortungsvollen Umgang mit neuen Medien beibringen", sagt Thomas Bartsch, zusammen mit Hoffmann Geschäftsführer des Heims. Hoffmann ergänzt: "Wir wollen den Jungen etwas mit auf den Weg geben, von dem sie später profitieren können - und vor allem Bildungschancen."

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