Die Stadtverwaltung ließ Wuppertaler zur Naherholung befragen. Ein Ergebnis: Es gibt diverse Streitpunkte auf den Waldwegen.

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Erholung im Wald steht bei Wuppertalern hoch im Kurs. Es gibt allerdings oft Zusammenstöße mit Hunden und Mountainbikern.

Erholung im Wald steht bei Wuppertalern hoch im Kurs. Es gibt allerdings oft Zusammenstöße mit Hunden und Mountainbikern.

Erholung im Wald steht bei Wuppertalern hoch im Kurs. Es gibt allerdings oft Zusammenstöße mit Hunden und Mountainbikern.

Erholung im Wald steht bei Wuppertalern hoch im Kurs. Es gibt allerdings oft Zusammenstöße mit Hunden und Mountainbikern.

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Erholung im Wald steht bei Wuppertalern hoch im Kurs. Es gibt allerdings oft Zusammenstöße mit Hunden und Mountainbikern.

Wuppertal. Nach wie vor gehört Wuppertal zu den waldreichsten Städten – und gerade im Bergischen Land liegen zwischen Wohnsiedlungen und dem nächsten Naherholungsgebiet oft nur wenige hundert Meter. Inwieweit sich daraus Probleme und Wünsche ergeben, zeigt eine große Freizeitstudie, die jetzt dem Umweltausschuss vorgestellt wurde.

Burgholz und Gelpetal sind am für Befragte am attraktivsten

Finanziert durch das Landesumweltministerium, wurden im Rahmen der Studie, die im Oktober 2009 startete, insgesamt 6000 Wuppertaler angeschrieben und zu den Naherholungsgebieten im Burgholz, in der Gelpe, in Nächstebreck sowie in den Barmer Anlagen befragt.

Lediglich 961 Antworten gingen bei der Stadt zur Auswertung ein – und das eher von älteren Teilnehmern, wie dem Umweltausschuss berichtet wurde. Um das Stimmungsbild abzurunden, wurden im August 2010 Vor-Ort-Befragungen nachgeschoben, bei denen man insbesondere noch einmal mit jüngeren Besuchern der Naherholungsgebiete gesprochen hat.

Ärger um Hundehalter und wildes Mountainbiken

Wurden alle vier Gebiete grundsätzlich als attraktiv eingestuft, schnitten das waldreiche Burgholz und Gelpetal am besten ab. Als Hauptaktivitäten nannten die Befragten Spaziergänge und Wanderungen, während die Trendsporarten – zumindest in diesem Punkt – eine Nebenrolle spielten.

Dreh- und Angelpunkt der Freizeitstudie sind Wünsche und Kritikpunkte: Und hier bestätigt sich die allgemeine Entwicklung, dass es im Grünen immer häufiger zu Konflikten zwischen dessen Nutzern kommt: Gut ein Drittel der Befragten gab an, so etwas schon einmal erlebt zu haben – sei es mit Reitern, Mountainbikern oder auch mit Hundehaltern, wenn es um die Anleinpflicht geht.

Gewünscht: Neue Wege, mehr Gastronomie

Gewünscht wird neben neuen Wegen, Rast-, Picknick- und Spielplätzen auch eine deutlichere Information zur Natur in der Umgebung. Steht bei den Barmer Anlagen zum Beispiel auch eine Verbesserung des gastronomischen Angebotes auf der Wunschliste, zeichnet sich im Burgholz der Ärger um wildes Mountainbiken ab. Und: Bei den Befragten gab es immer wieder den Wunsch nach Ansprechpartnern für ihr Erholungsgebiet.

Im Umweltausschuss folgte dem Bericht eine lebhafte Diskussion mit einigen Anmerkungen. Martin Dahlmann – Vorsitzender der Kreisbauernschaft – merkte kritisch an, dass man bei einer solchen Erhebung unbedingt auch Landwirte ins Boot holen müsse, da sie beim Konflikt zwischen Naherholung und Naturschutz oft im Brennpunkt stehen.

Andreas Mucke (SPD) wiederum erklärte, dass es primär darum gehen müsse, Spielplätze in der Stadt zu erhalten – während der Beigeordnete Harald Bayer den allgemeinen Eindruck ansprach, dass immer weniger Kinder die Natur um sie herum selbst als spannenden Spielplatz verstehen.

Eine Erkenntnis: Sportler und Hundehalter müssen mitreden

Einigkeit herrschte darüber, dass es sehr schwer ist, die vielen Hundebesitzer zu erreichen, um den Ärger im Grünen zu entschärfen. Hier merkte Jörg Liesendahl für die Wuppertaler Umweltverbände an, dass man in Remscheid zum Beispiel sehr gute Erfahrungen damit gemacht habe, speziell für Hundehalter Info-Veranstaltungen in den Naherholungsgebieten selbst zu organisieren. Eine Empfehlung der Studie ist auch, dass verstärkt Vereine und Online-Plattformen erreicht werden müssen, in denen Sportler ebenso organisiert sind wie zum Beispiel Hundehalter.

Große Hoffnung setzen Stadt und Politiker nach wie vor in die geplante Mountainbike-Strecke im Kothener Wald, die das „wilde Fahren“ auch in den anderen Naherholungsgebieten eindämmen soll. So liefert die Freizeitstudie nun neuen Diskussionsstoff und hilft allen Planern im Grünen.