Nach einem holprigen Start läuft der Ersatz für den Zivildienst auch in Wuppertal an. Aber viele Einrichtungen halten es noch zu früh für eine Bilanz.

Immer mehr junge Leute entscheiden sich für den Bundesfreiwilligendienst.
Immer mehr junge Leute entscheiden sich für den Bundesfreiwilligendienst.

Immer mehr junge Leute entscheiden sich für den Bundesfreiwilligendienst.

dpa

Immer mehr junge Leute entscheiden sich für den Bundesfreiwilligendienst.

Wuppertal. Der neue Bundesfreiwilligendienst (BFD), der seit dem 1. Juli den Zivildienst abgelöst hat, wird bundesweit überraschend gut angenommen. Inzwischen seien 26 859 Verträge abgeschlossen, teilte das Bundesfamilienministerium mit.

Doch wie sieht es in Wuppertal aus? Kommt der Trend hier auch an? Mehr oder weniger: In den Einrichtungen der Stadt Wuppertal werden zur Zeit 62 sogenannte Bufdi-Stellen angeboten. Angelika Leipnitz, zuständig für den Bundesfreiwilligendienst der Stadt: „Davon sind lediglich sieben besetzt. Deshalb kann ich den positiven Trend momentan noch nicht nachvollziehen.“

Bei städtischen Einrichtungen ist man optimistisch

Sie merkt aber an, dass der Freiwilligendienst gerade erst richtig anlaufe, einige Stellen noch genehmigt werden müssten. „Ich denke aber, dass wir im kommenden Jahr alle besetzen können, zumal die Bufdi-Stellen im Gegensatz zum Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) keine Altersbeschränkung haben.“ Von den vormals rund 40 Zivildienst-Stellen bei städtischen Einrichtungen seien momentan zehn in Altenheimen noch nicht wieder besetzt.

Beim Deutschen Roten Kreuz ist man recht zufrieden. „Von den 20 ehemaligen Zivi-Stellen konnten wir alle durch Bufdis und FSJler ersetzen“, sagt Daniel Sielezin vom DRK Wuppertal. Trotzdem ist er in Sorge, weil viele Freiwillige, die im August begonnen haben, nach einem halben Jahr bereits kündigen könnten. „Ich denke wir werden im Februar noch einmal richtig Engpässe haben, wenn Freiwillige aufhören“ befürchtet er.

Viele Zivis haben verlängert und werden automatisch zu Bufdis

Ein Grund für den bundesweit positiven Trend beim Bundesfreiwilligendienst könnte auch sein, dass einige Zivildienstleistende aufgrund fehlenden Ausbildungs- oder Studienplatzes verlängern und automatisch zu Bufdis werden. „Bei uns gibt es auch zwei Zivildienstleistende, die verlängert haben“, sagt Sielezin.

Der Bundesfreiwilligendienst ist keine Pflicht, sondern ein Angebot – und zwar uneingeschränkt an alle.

Er dauert in der Regel ein Jahr, kann aber auf zwei Jahre verlängert oder auf sechs Monate verkürzt werden.

Bis zu 330 Euro im Monat.

Bewerbung und mehr Infos unter:
www.freiwilligendienst.de

„Es ist noch zu früh für eine Einschätzung über den BundesFreiwilligendienst“, meint Stefan Müller, Regionalvorstand der Johanniter-Unfall-Hilfe in Wuppertal. Er sei zwar zufrieden mit der bisherigen Entwicklung, „aber das Ganze wurde so vorschnell eingeführt, ohne dass die Rahmenbedingungen wirklich klar waren. Ich denke, im kommenden Jahr wird die Resonanz größer sein.“ So sei beispielsweise erst im Dezember klar geworden, dass auch Bufdis einen Kindergeldanspruch haben. Bei den Johannitern in Wuppertal gibt es momentan fünf Bufdis und neun FSJler, vorher gab es elf Zivildienstleistende. „Damit haben wir den Bedarf aber nicht abgedeckt, den FSJler gab es schon früher. Rund fünf Stellen sind bei uns noch unbesetzt.“ Aber auch Müller ist optimistisch, dass es im kommenden Jahr noch mehr Bewerber gibt.

Susanne Heimberg vom Paritätischen NRW in Wuppertal ist nach dem holprigen Start mittlerweile recht zufrieden mit dem Bundesfreiwilligendienst. „Allerdings stellen wir fest, dass es zur Zeit noch wenige ältere Menschen sind, die sich für den Freiwilligendienst bewerben. Außerdem fehlen uns vor allem noch Einsatzkräfte in der Altenpflege.“

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