Ermittlungen am Bahnhof Sonnborn kurz nach der Tat im September 2009.
Ermittlungen am Bahnhof Sonnborn kurz nach der Tat im September 2009.

Ermittlungen am Bahnhof Sonnborn kurz nach der Tat im September 2009.

Wolfgang Westerholz

Ermittlungen am Bahnhof Sonnborn kurz nach der Tat im September 2009.

Wuppertal. Der 44-Jährige, der seine Frau im September 2009 am Bahnhof Sonnborn vor eine S-Bahn gestoßen hat, wurde heute zu drei Jahren und sechs Monaten wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit Körperverletzung verurteilt. Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft gefordert, allerdings wegen versuchten Totschlags. 

Der Wuppertaler ist manisch-depressiv und soll zum Zeitpunkt der Tat keine Medikamente genommen haben. Er sei "nicht adäquat" mit seiner Krankheit umgegangen. Während der Tat  habe er nicht in einem blinden Wahn gehandelt, sondern seine Ehefrau gezielt vor der Bahn auf die Gleise gestoßen und ihren Tod billigend in Kauf genommen. Das Gericht ging davon aus, dass die Schuldfähigkeit des Mannes zum Tatzeitpunkt zwar eingeschränkt aber nicht aufgehoben war. Er hatte laut Gericht "im Rahmen seiner Möglichkeiten" ein Geständnis abgelegt.

Die 39-Jährige fiel damals neben die Gleise und wurde leicht verletzt. Sie ist mittlerweile von ihrem Mann geschieden, hatte aber gestern vor Gericht um eine milde Strafe für ihn gebeten. Die Verteidigung plädierte auf Freispruch. nib/vezi


Leserkommentare


() Registrierte Nutzer