Im Hörsaal der Uni boten die Christdemokraten den Befürwortern und Gegnern des Seilbahnprojekts die Gelegenheit zum Meinungsaustausch.

Ernste und skeptische Blicke waren im Publikum der Diskussion zur Seilbahn auf dem Campus Freudenberg zu sehen.
Ernste und skeptische Blicke waren im Publikum der Diskussion zur Seilbahn auf dem Campus Freudenberg zu sehen.

Ernste und skeptische Blicke waren im Publikum der Diskussion zur Seilbahn auf dem Campus Freudenberg zu sehen.

Andreas Fischer

Ernste und skeptische Blicke waren im Publikum der Diskussion zur Seilbahn auf dem Campus Freudenberg zu sehen.

Wuppertal. „In der Schwebe: Eine Seilbahn quer über die Südstadt?“ so lautete das Thema einer öffentlichen Fraktionssitzung, zu der die CDU in den etwa zur Hälfte gefüllten Hörsaal 1 der Bergischen Universität auf dem Campus Freudenberg eingeladen hatte. Schnell wurde deutlich, dass in erster Linie Anwohner und damit Gegner des Seilbahn-Projekts, die Zuhörer-Reihen besetzt hatten.

Zunächst trug mit Ulrich Jaeger, dem Geschäftsführer von WSW mobil, ein Befürworter der Seilbahn die Argumente vor, schilderte Vorteile (Barrierefreiheit, Umweltfreundlichkeit, schnellere Beförderung durch kurze Takte und Entlastung des Straßenverkehrs durch weniger Busse und millionenschwere Förderung des Landes, für die es aber noch keine Zusage gäbe) und erntete verhaltenen Applaus.

Jaeger räumte ein, dass man sich noch in der Prüfphase befinde und es bezüglich der Überflugrechte unterschiedliche Auffassungen gebe.

Bürgerinitiative sieht ein Desaster auf Wuppertal zukommen

Dann erteilte der als Moderator fungierende Ratsherr Michael Wessel dem „Anwalt“ der Gegenseite, Antonio Zeidler, das Wort. Der Sprecher der Bürgerinitiative „Seilbahnfreies Wuppertal“ malte das Szenario eines „Desasters“ für Wuppertal an die Wand. Seinen Vortrag unterstrich Zeidler durch Dias und Rechenbeispiele, nach denen die an 138 Tagen des Jahres zur Uni schwebenden Studenten wegen der längeren Fußwege bestenfalls ein bis zwei Minuten Zeit einsparen würden.

Gleichzeitig verwies der Sprecher der Initiative darauf hin, dass durch den Wegfall vieler Busse und wegen langer Fußwege zur Seilbahnhaltestelle den Menschen der Südstadt erhebliche Nachteile entstünden, weil sie für die Wege in die Elberfelder City erheblich mehr Zeit brauchen würden.

„Es werden wieder mehr Menschen aufs Auto umsteigen“, sagte Zeidler. Von einer Entlastung des Straßenverkehrs könne keine Rede sein. Er sprach auch die Verletzung der Privatsphäre der Anwohner an. Ein weiteres Thema waren die etwa 90 Meter lange Bergstation („Ein riesiger Klotz“) und die Fundamente für die Stützen, die den Platz eines Einfamilienhauses benötigen würden. Es gab viel Beifall, als Zeidler mit den Worten endete: „Für die entstehenden Kosten könnten sie die gesamte Busflotte der Stadtwerke elektrifizieren.“ Prof. Marc Gennat, ebenfalls Mitglied der Initiative, untermauerte Zeidlers Thesen und warf Jaeger vor, „seine Hausaufgaben nicht gemacht“ zu haben.

Mahnende Worte von CDU-Ratsherr Ludger Kineke, Mitglied des Aufsichtsrates von WSW mobil, trugen zur Versachlichung der Debatte bei.

In einer Anhörung kamen Anwohner zu Wort, die nicht nur ihre Lebensqualität durch Lärm gefährdet sehen und ein Leben auf dem Präsentierteller befürchten, sondern auch Wertverluste ihrer Immobilien. Ulrich Jaeger betonte gegen Schluss der zweieinhalbstündigen Veranstaltung noch einmal, dass es bezüglich der Überquerung von privatem Grund und Boden noch keine Rechtsprechung gebe, und dass die Planungen nur weiter verfolgt würden, wenn der Rat der Stadt dazu den Auftrag erteile.

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