Historische Postkarten aus dem Tal – gibt’s die? Eine Suche im Getümmel – und allerlei Entdeckungen.

Stöbern, finden, kaufen. Der Vohwinkeler Flohmarkt lockte wieder die Massen.
Stöbern, finden, kaufen. Der Vohwinkeler Flohmarkt lockte wieder die Massen.

Stöbern, finden, kaufen. Der Vohwinkeler Flohmarkt lockte wieder die Massen.

Andreas Fischer

Stöbern, finden, kaufen. Der Vohwinkeler Flohmarkt lockte wieder die Massen.

Wuppertal. Historische Postkarten aus Wuppertal? Gar nicht so einfach auf dem Vohwinkeler Flohmarkt zu finden. Für Martin Seifert ein klarer Fall: "Nicht meine Abteilung." Er komme aus Essen, sagt der Trödler, für Wuppertal interessiere er sich nicht die Bohne, wenngleich der Vohwinkeler Flohmarkt schon eine schöne Sache sei.

Wo sind die Raritäten mit Bezug zu Wuppertal?

Aber ist diese Schnäppchen-Meile auch ein Ort für Wuppertaler Spezialitäten, mithin für Trödel von mehr oder minder starkem Bezug zur Stadt und von möglichst hohem Alter? Auf dem ersten Flohmarktabschnitt sinkt nicht sogleich der Mut. Immerhin steht sehr verstohlen in der Ecke ein gutes Wuppertaler Stück aus den 50er Jahren: ein Staubsauger Marke Vorwerk. So ganz ist dies freilich nicht, woran das Sammlerherz hängt. Da wäre die LP nebenan schon eher ein Fundstück: "Bee Gees’ 1st" mit jenem Psychedelic Cover, das 1967 als absolut schrill galt - aber nicht nur in Wuppertal.

Bei der weiteren Suche scheint es richtig warm zu werden. Da ruht in einem Korb ein ganzer Satz der "Haltestelle", des Magazins für Fans der Bergischen Museumsbahnen. Komplettiert wird das Angebot ein paar Stände weiter durch einen Zinnteller, in den die Schwebebahn geprägt ist. Schön, sehr schön das alles, aber für das historisch interessierte Publikum noch allzu weit von der Rarität entfernt.

Wuppertaler Originale gibt es reichlich

Wuppertaler Originale sieht man reichlich, allerdings mehr an als auf den Tapeziertischen. Allein Sascha Gutzeit wäre ein prächtiges Beispiel dafür. Auch Seltenes ist zu finden, etwa die Repliken der Glasfenster aus der Augsburger Domkirche - romanisch, Mitte 11. Jahrhundert, wenn sie denn echt wären. Und wie der Name schon sagt: Es handelt sich um Augsburger Kulturgut. Auch das Ölgemälde mit Verdacht auf Manuelskotten erweist sich als gänzlich unbergische Wassermühle.

Erst auf dem Rückweg kommt bei dem Trödler Erhard Rosenbaum aus Witzhelden ein Stoß Schwebebahnkarten zum Vorschein. Der orange-blaue Anstrich der Wagen lässt eine Datierung in die 70er Jahre zu. Vor dem Köbo-Haus parken noch PKWs, eine Reklame bewirbt Wuppertaler Bier. Ansonsten geben sich die Karten zeitlos, was damals Mode war, weil man sie dann jahrelang unverändert drucken konnte.

Ausbeute mehr als mager. Schnäppchen finden sich zwar, etwa eine Spardose aus Gusseisen. Aber leider keine historischen Postkarten.

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