Organisatoren suchen kleinere Alternativen zur Uni-Halle. Riedel Communications bietet Räume für die Nachwuchsveranstaltung an.

Wuppertal. Das Schüler-Rockfestival in Wuppertal hat sich in der Region längst zu einem Markenzeichen und einer Plattform für Nachwuchsmusiker entwickelt. Das Festival in der Uni-Halle fand im Januar zum 31. Mal statt, etwa 3000 vornehmlich junge Besucher zog es dorthin.

Wie es mit dem Festival weitergeht, ist derzeit aber noch unklar: Momentan gibt es Überlegungen, mit der Veranstaltung umzuziehen. Das sagte Kalle Waldinger, 1. Vorsitzender des Rockprojekts Wuppertal, vor kurzem der Bezirksvertretung Uellendahl-Katernberg. Als neue Location könnte dann eine Halle der Riedel Communications GmbH an der Uellendahler Straße dienen. Das Unternehmen hat bereits seine grundsätzliche Unterstützung zugesagt.

Die Uni-Halle zu füllen, ist schwer – und die Betriebskosten sind hoch

Der Umzug fällt Waldinger und seinem Team nicht leicht, doch vor allem aus betriebswirtschaftlichen Gründen scheint eine Veränderung geboten. „Es ist schwierig, die Uni-Halle ausverkauft zu bekommen“, sagt er der WZ. Und eine nur halb oder zu drei Viertel ausverkaufte Halle sei für die Stimmung nicht gerade förderlich. Hinzu kommen die finanziellen Belastungen: Allein die Kosten für Bühne und Personal beliefen sich auf rund 15 000 Euro, für die Security müssten etwa 4000 Euro gezahlt werden. „Die ganze Veranstaltung ist für uns rechnerisch nicht mehr darstellbar“, bedauert Waldinger.

Zukünftig sei eine sparsame Planung notwendig

Problematisch sei zudem, dass längst nicht alle Gäste auch Eintritt zahlten: Nur durchschnittlich zwei von drei Besuchern greifen in die Tasche und zahlen, etliche Besucher stünden auf der Guest-List oder kämen gratis rein, weil sie in der einen oder anderen Form an der Organisation des Festivals beteiligt seien. Auch Kinder im Alter von bis zu zehn Jahren, die in Begleitung Erwachsener kommen, müssen keinen Eintritt zahlen.

Konkrete Zahlen zu der finanziellen Lage mochte Waldinger nicht nennen, die Situation sei allerdings „schwierig“. Das Schüler-Rockfestival habe zwar etwa „zehn feste Sponsoren“, zudem käme eine Landesförderung. Zugleich seien aber auch die Kosten für die Veranstaltung immer weiter gestiegen. Als gemeinnütziger Verein verfüge das Rockprojekt über keine Rücklagen, um eine solche Veranstaltung zu stemmen. Deshalb sei in Zukunft eine „sparsame Planung“ der Veranstaltung nötig, betonte Waldinger.

In einem Gespräch mit Firmengründer Thomas Riedel sei die Idee aufgekommen, mit der Veranstaltung in eine Halle von Riedel zu wechseln. Riedel unterstützt das Schüler-Rockfestival schon seit etwa zehn Jahren als Sponsor und stellt digitale Technik zur Verfügung. In der neuen Halle, die von Riedel gratis zur Verfügung gestellt würde, kämen allerdings nur knapp 1000 Besucher unter. Das wiederum würde weniger Einnahmen für die Veranstalter bedeuten. Dafür wäre dann allerdings die Atmosphäre etwas heimeliger als in der großen Uni-Halle, wo rund 4000 Menschen Platz haben.

Als „Bekenntnis zu unserer Stadt und Region“, bezeichnete Firmenchef Riedel die Bereitschaft zur Unterstützung. „Die Kunst- und Kulturszene in Wuppertal ist so dynamisch wie vielfältig - hierzu gehört auch das Schüler-Rockfestival“, sagte er. Riedel hat bereits mehrfach Kulturprojekte in Wuppertal gefördert und seine Hallen für entsprechende Veranstaltungen zur Verfügung gestellt.

Entschieden ist der Umzug des Nachwuchsfestivals derweil aber noch nicht. Das Thema solle auf der Jahreshauptversammlung des Rockprojekts Mitte Mai beraten werden, betonte Waldinger. Wird der Umzug beschlossen, dann könnte das Schüler-Rockfestival bereits im kommenden Jahr an dem neuen Ort stattfinden.

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