Festival „Assoziationen 18“ fand seinen Abschluss mit anspruchsvoller Musik.

Festival „Assoziationen 18“ fand seinen Abschluss mit anspruchsvoller Musik.
Susanne Müller-Hornbach war eine von vielen Künstlerinnen, die für gehaltvolle Musik sorgten.

Susanne Müller-Hornbach war eine von vielen Künstlerinnen, die für gehaltvolle Musik sorgten.

Gerhard Bartsch

Susanne Müller-Hornbach war eine von vielen Künstlerinnen, die für gehaltvolle Musik sorgten.

Der erste Teil des Finalabends des Festivals „Assoziationen 18“ bestand aus einer Konfrontation von barocker Musik mit modernen Klängen. Erneut waren in die Citykirche Elberfeld fast alle Sitzplätze besetzt, als anspruchsvolle, nicht leicht zugängliche Musikliteratur geboten wurde. Der frenetische Schlussapplaus war aber ein klares Bekenntnis, dass solche jenseits des Klassikmainstreams in Wuppertal eine Daseinsberechtigung hat.

Mit „Insound“ aus dem Jahr 1998 stand eine Komposition für Solo-Cello, Mezzosopran, zwei Celli, Kontrabass und Percussions aus der Feder von Gerhard Müller-Hornbach auf dem Programm, die sich bei einem konzentrierten darauf Einlassen erschließt. Der ehemalige Leiter der Kompositionsabteilung an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt bemerkte einmal dazu: „Aus der Perspektive des Zuhörers ist dies ein Zwitterwerk zwischen einem herkömmlich komponiertem Werk und einem klanglichen Ereignis, das erst durch die aktive Wahrnehmungsarbeit des Zuhörers zum künstlerischen Erlebnis wird.“

Das Festival bot durchgehend ein gehaltvolles Programm

Wer sich so an diesem Abend auf dieses Werk einließ, konnte miterleben, wie, von einem Basiston ausgehend, aus Klängen durch Minimierung von Tonabständen Geräusche entstehen oder durch eine schnelle Abfolge Töne gleichzeitig wahrnehmbar werden können. Die Akustik spielt dabei eine große Rolle.

Zuständig für diese gehaltvolle Darbietung waren im Raum verteilt Susanne Müller-Hornbach (Solo-Cello), die beiden anderen Cellisten Katharina Jakob und Jeremy Sommer, Birgit Pardun (Stimme), Salome Amend (Percussions) sowie Anna Overbeck (Kontrabass).

Auch Johann Sebastian Bachs berühmte Goldberg-Variationen sind für Interpret wie Zuhörer keine leichte Kost. Die 30 Veränderungen sowie die vorangestellte und am Schluss wiederholte Aria spielte Klavierdozentin Jee-Young Phillips von der hiesigen Musikhochschule abgesehen von ein paar Ungenauigkeiten sowie ab und an etwas zu kurzen Pausen zwischen den einzelnen Abschnitten dank großer musikalischer Bögen außerordentlich musikalisch.

Das neu in Leben gerufene Festival „Assoziationen“ in der Citykirche Elberfeld war auf Anhieb ein voller Erfolg. Laut Aussage der beiden Veranstalter Werner Dickel und Erhard Ufermann waren sämtliche Veranstaltungen während der einen Woche außerordentlich gut besucht. Das gehaltvolle Programm – eine Kombination aus bildender Kunst, Literatur und die Gegenüberstellung von alter und neuer Musik – kam an. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Zyklus keine Eintagsfliege war.

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