Polizei greift verdächtiges Quintett an nahegelegenem Spielplatz auf. Bereits mehrere Zündeleien in ehemaliger Klinik.

Die obersten Stockwerke eines Flügels des ehemaligen Krankenhauses brannten am Pfingstsonntag-Abend völlig aus.
Die obersten Stockwerke eines Flügels des ehemaligen Krankenhauses brannten am Pfingstsonntag-Abend völlig aus.

Die obersten Stockwerke eines Flügels des ehemaligen Krankenhauses brannten am Pfingstsonntag-Abend völlig aus.

Wolfgang Westerholz

Die obersten Stockwerke eines Flügels des ehemaligen Krankenhauses brannten am Pfingstsonntag-Abend völlig aus.

Wuppertal. Es war eine von Wuppertals ältesten Kliniken, sie sollte zur Wohnanlage umgebaut werden und steht seit gut sieben Jahren leer: Das Marienheim auf der Hardt. Am Pfingstsonntag brannten die beiden obersten Stockwerke des zur Schlieperstraße gelegenenen Gebäude-Flügels völlig aus. Für Polizei und Feuerwehr stand schnell fest: Das Feuer wurde vorsätzlich gelegt - zumal es nicht das erste Mal war, dass in dem Komplex gezündelt wurde. Dringend verdächtig: Fünf Jugendliche zwischen 15 und 18 Jahren.

Rückblick: Am Pfingstsonntag gegen 20.15 Uhr gehen gleich mehrere Anrufe von Anliegern bei der Feuerwehr ein, die einen Brand im Marienheim melden. Drei Löschzüge rücken zur Hardt aus - als sie ankommen, steht das Dach des erwähnten Flügels komplett in Flammen. Die 60 Feuerwehrleute kämpfen bis halb zwei in der Nacht gegen das Feuer, müssen dafür Schlieper- und Hardtstraße sperren. "Die Anwohner waren praktisch eingeschlossen", sagt Feuerwehr-Einsatzleiter Thomas Fey. Ein Übergreifen des Brandes auf weitere Gebäudeteile konnte die Feuerwehr verhindern.

Fast gleichzeitig mit dem Feuer-Alarm greift die Polizei auf einem Spielplatz an der Gartenstraße fünf Jugendliche auf - vier Jungen und ein Mädchen, 15 bis 18 Jahre alt. Das Quintett hat auf dem Spielplatz in auffälliger Weise gezündelt. Nach den ersten Vernehmungen lassen die Beamten die jungen Leute gehen. Dann erreicht sie die Nachricht von der vermuteten Brandstiftung im Marienheim - Fey: "Wenn in einem leerstehenden Gebäude ein Feuer ausbricht, werden wir sofort stutzig." - und die Jugendlichen geraten auch in diesem Fall in den Fokus der Ermittlungen.

Am Wochenende wurde das Quintett erneut vernommen - zu den Ergebnissen gab die Polizei gestern keine Details bekannt. Unklar ist bislang auch, ob die fünf Jugendlichen von der Gartenstraße diejenigen waren, die bereits am Donnerstag für einen Feuerwehr-Einsatz am Marienheim gesorgt haben. Dabei wurde im Gebäude Papier angezündet - auch dabei ging die Polizei von jugendlichen Tätern aus. Der Unterschied: Am Donnerstag konnte die Feuerwehr löschen, bevor größerer Schaden entstand. Der Schaden des Feuers vom Sonntag hingegen beträgt nach ersten Erkenntnissen mehrere zehntausend Euro. Die Ermittlungen dauern an.

Das Marienheim diente seit Ende des 19. Jahrhunderts als Krankenhaus. Der letzte Betreiber, die Kliniken St. Antonius, gab das Haus im Jahr 2003 auf. 2008 wurde das Gebäude mit seinen gut 12 500 Quadratmetern Nutzfläche an einen Privat-Investor verkauft.

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