Kunden wundern sich über weiterhin hohes Niveau.

Wuppertal. Wegen der Energiepreise ist die Aufregung immer groß. Den Gaspreis senken die Stadtwerke in diesem Jahr dann auch tatsächlich in zwei Schritten. Doch bei den Preisen für die Fernwärme tut sich nichts. Kein Wunder also, dass bei den WSW verstärkt Nachfragen auflaufen, bei denen Fernwärmekunden sich erkundigen, wann es endlich billiger wird.

Die Antwort der Stadtwerke: Gar nicht. Grund ist nach Angaben von WSW-Sprecher Holger Stephan, dass sich die Fernwärmeverträge aus mehreren Preiskomponenten zusammensetzen. Heizöl ist zwar eines dieser Elemente, ein anderes aber Kohle. Und diese Kohlepreise seien anders als die Heizölpreise nicht etwa gesunken, sondern exorbitant gestiegen. So hoch, dass nach Rechnung der WSW nach den Erhöhungen zu Jahresbeginn auch zum 1.Juli eigentlich eine weitere Fernwärme-Preissteigerung in Höhe von 2,3 Prozent bei den so genannten Zonen-Dampfverträgen fällig gewesen wäre. Die kommt jedoch nicht, stattdessen halten die WSW die Preise stabil. Anders übrigens als die Stadtwerke Hamm, die den Bezug von Erdwärme nun zum dritten Mal in diesem Jahr senken.

Bei der WZ machen die Kunden auch ihrem Unmut darüber Luft, dass die WSW in Tonnen statt in Kilowattstunden abrechnen. Der Vorwurf: Das verkompliziert die Vergleichbarkeit der Preise. Bei den WSW heißt es dazu, dass die Zähler bei den Kunden auf Tonnen geeicht sind. Gesetzlich erlaubt ist die Abrechnung je Tonne ohnehin.

Auch den Vorwurf, viel zu teuer zu sein, weisen die WSW von sich. Denn laut überregionalem Preisvergleich liegen die WSW demnach lediglich 0,206 Cent je Kilowattstunde über dem Bundesdurchschnitt. Fernwärme-Kunden können den Anbieter übrigens nicht wechseln. Sind sie unzufrieden mit den Tarifen, bleibt ihnen aber beispielsweise ein Wechsel auf Gas.

Beim Fernwärmegeschäft in Wuppertal nehmen 76 Privatkunden sowie einige Firmen auf den Südhöhen Heißwasser ab. Heißdampf geht an rund 890 Privatkunden sowie einige Firmen mit besonders hohem Bedarf.

Der Preis für die Fernwärme (Dampf) setzt sich auf folgenden Faktoren zusammen: zu 10 Prozent aus einem Fixelement, zu 30 Prozent aus Lohn, 25 Prozent aus Kohle und 35 Prozent aus leichtem Heizöl.

Die WSW kaufen Hausbesitzern zudem die Zuständigkeit. Das heißt, die WSW kümmern sich um das gesamte Abrechnungssystem, der Vermieter hat damit nichts mehr zu tun.

Derzeit denkt die Stadt darüber nach, weitere Gebiete in der Talachse an die Fernwärme anzuschließen. Das soll die Luftbelastung im Tal reduziert wird. Im Zuge dieses Plans kann der Anschluss an die Fernwärme für Anwohner verpflichtend werden.

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