Die Stadt muss mehr als 30 000 Euro aufwenden, um die Gebäude zu reinigen.

Sachbeschädigung
Verschandelt: Das Islandufer in Elberfeld ist nicht mehr wiederzuerkennen. Es wurde seinerzeit für gut 1,6 Millionen Euro umgestaltet.

Verschandelt: Das Islandufer in Elberfeld ist nicht mehr wiederzuerkennen. Es wurde seinerzeit für gut 1,6 Millionen Euro umgestaltet.

Andreas Fischer

Verschandelt: Das Islandufer in Elberfeld ist nicht mehr wiederzuerkennen. Es wurde seinerzeit für gut 1,6 Millionen Euro umgestaltet.

Wuppertal. Traurig, aber wahr: Beschädigungen durch Farbsprayer liegen weiter im Trend: Wie die Polizei auf WZ-Nachfrage berichtet, kamen allein im Jahr 2010 stadtweit 896 Fälle zur Anzeige. Im Jahr 2009 waren es 1011 Fälle, 810 im Jahr davor. Für das Jahr 2011 sind die Zahlen aller Voraussicht nach aber weitaus niedriger.

Polizei: Die Aufklärungsquote liegt nur bei 18 Prozent

Die Aufklärungsquote liegt im Schnitt bei nur 18 Prozent liegt. Umso wichtiger seien Zeugenhinweise, um die Täter ermitteln zu können, heißt es von der Polizei. Zuletzt sorgten massive Schmierereien am Islandufer (die WZ berichtete) für Kritik und Diskussionen. Der Stadt fehlt das Geld, das mit großem Aufwand umgebaute Ufer vom Farbspray wieder zu befreien.

Zumal man auch hier an vielen Fronten kämpft: Allein im Jahr 2010 liefen bei der Stadt insgesamt 150 Graffiti-Fälle auf. Betroffen waren gut 100  Gebäude, von der Schule bis zum Jugendtreff – wie das Presseamt auf WZ-Nachfrage berichtet. Die Kosten zur Beseitigung der Schmierereien: 2008 waren es 34 700 Euro, 2009 noch einmal 31 300  Euro und im Jahr 2010 insgesamt 33 200 Euro.
 

Teure Reinigung: Ohne Spezialfirmen geht es nicht

Die Stadt hat eine Spezialfirma unter Vertrag, die mit verschiedenen Verfahren Mauern und Wände säubert – wahlweise mit Hochdruckreinigern, Glaspudermehl (an Stellen, an denen kein Wasser eingesetzt werden darf), biologisch abbaubaren Mitteln oder Wachsschichten, mit denen sich Schmierereien lösen lassen.

Eine eigene Fläche speziell für Sprayer habe man derzeit nicht freigegeben, berichtet sie Stadt, die im Fall Islandufer ebenfalls auf Zeugenhinweise setzt. Bereits vor sechs Jahren hat der Bundestag ein verschärftes Gesetz gegen Sprayer beschlossen, nach dem beim Tatbestand der Sachbeschädigung eine hohe Geldstrafe und Haftstrafen von bis zu drei Jahren drohen.

Zu den Neonazi-Schmierereien und den eingeworfenen Fenstern an der Grundschule Nathrather Straße in Vohwinkel – sie waren gegen Plakate der Aktion „Vohwinkel ist bunt“ gerichtet – hofft die Polizei weiterhin auf Zeugen. Hinweise an Ruf 2840.
 

» Sachdienliche Zeugenhinweise nimmt die Wuppertaler Polizei jederzeit unter der Rufnummer 2840 entgegen.