Was wussten die deutschen Behörden über den Deutsch-Türken aus Vohwinkel?

Wuppertal. Der mutmaßliche Tod des in Vohwinkel aufgewachsenen Bünyamin E. Anfang Oktober 2009 in Pakistan (Mir Ali) sorgt weiter für bundesweite Schlagzeilen. Wie berichtet, soll der 20  Jahre alte Deutsch-Türke bei einem Drohnen-Angriff der USA auf ein mutmaßliches Terror-Camp ums Leben gekommen sein. Jetzt berichtet der Spiegel, dass ein Richter am Oberlandesgericht Karlsruhe Strafanzeige gegen den Präsidenten des Bundeskriminalamtes gestellt hat – wegen des Verdachts der Beihilfe zum Mord. Durch die Anzeige soll geklärt werden, ob deutsche Sicherheitsbehörden vor dem Drohnen-Angriff Informationen an die USA weitergegeben haben.

Tod des Vohwinkelers bislang offiziell noch nicht bestätigt

Wie berichtet, soll bereits im Juli 2009 gegen den jungen Vohwinkeler wegen des Verdachts der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung im Ausland ermittelt worden sein. Mittlerweile hat die Generalbundesanwaltschaft den Fall übernommen. Der drei Jahre ältere Bruder des E. soll der Familie in Vohwinkel im Herbst 2009 die Todesnachricht aus Pakistan übermittelt haben. Freunde schalteten daraufhin Todesanzeigen. Zudem kursierten Fotos von dem Leichnam. Eine offizielle Bestätigung, dass E. bei dem US-Angriff ums Leben kam, gibt es bislang nicht. spa

Bünyamin E. hat 2006 an der Hauptschule in Vohwinkel seinen Abschluss gemacht, 2009 an der Abendrealschule am Hohenstein die Mittlere Reife erlangt. Als Extremist ist er damals nicht aufgefallen. Zuletzt hat er in Vohwinkel nah bei den Eltern gewohnt. Seit seinem 14.  Lebensjahr hat E. in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Velbert-Langenberg gearbeitet. Der Chef dort bezeichnete ihn als „zuverlässig, still, schüchtern“. Im Dezember 2008 soll der junge Mann das letzte Mal auf dem Hof gewesen, im Sommer 2009 nach Pakistan gereist sein.