25 Vereine von Wuppertaler Migranten hatten eingeladen – es kamen jedoch nur sehr wenige Gäste.

Die Musiker der alevitischen Gemeinde spielten auf dem Laurentiusplatz.
Die Musiker der alevitischen Gemeinde spielten auf dem Laurentiusplatz.

Die Musiker der alevitischen Gemeinde spielten auf dem Laurentiusplatz.

Andreas Fischer

Die Musiker der alevitischen Gemeinde spielten auf dem Laurentiusplatz.

Wuppertal. Die allerbesten Absichten können leider nicht verhindern, dass manche Begriffe mit Ängsten, Sorgen und sogar Ablehnung verknüpft sind. "Integration" ist so ein Begriff, der obendrein viele Unschärfen beinhaltet. Dabei kann man die Sache viel lockerer angehen, etwa nach dem Beispiel von Ali Tchassanti, dem Vorsitzenden der Wuppertaler Togo-Initiative: "Super Stimmung hier", sagt er lachend und blickt über den Laurentiusplatz, wo am Samstag der 5. Wuppertaler Integrationstag mit 25 Migrantenvereine stattfand.

Große Vielfalt an anderen Sichtweisen

Tchassantis lebensfrohes Beispiel darf getrost Schule machen, denn so ließe sich sehr schnell erfahren, was Migranten uns geben können: die Dinge auch mal anders zu betrachten. Wer eine Runde um den Laurentiusplatz machte, hatte Gelegenheit, eine äußerst bunte Vielfalt an anderen Sichtweisen kennenzulernen. Indessen waren nicht unbedingt viele Wuppertaler bereit, das Angebot zu Kontakten zu nutzen.

Gewiss, hier und da wurde von den exotischen Speisen gekostet, nur war damit wenig gewonnen, denn die Begegnung auf kulinarischer Ebene sollte allenfalls ein bescheidener Anfang von Integration sein.

Kleine Vereine nutzen die
Chance für Einnahmen

Den Migrationsvereinen werde gelegentlich vorgeworfen, dass ihre Informations- zugleich Verkaufsstände seien, sagt Erol Celik, Vorsitzender von Anadolu. Der bereits 1978 von türkischen Zuwanderern gegründete Verein habe den Vorteil, inzwischen finanziell ein wenig besser gestellt zu sein als die kleineren und jüngeren Vereine, die solche Gelegenheiten nun einmal nutzen müssten, um überhaupt Einnahmen zu verzeichnen.

Sprache als
Klammer der Integration

Zwischen Tee und Köfte mischte sich eine Podiumsdiskussion um das Thema Bildung, das die Klammer des Integrationstages sein sollte. Dem Fazit der Teilnehmer, dass Sprache den wichtigsten Schlüssel zu Bildung, Beruf und Integration darstellt, war dabei ein wichtiges Phänomen hinzuzufügen: Sprache ist leider auch das Instrument, das im Kreis der Deutschen häufig dramatisch verroht.

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