Es ist nicht das erste Mal, dass die Wuppertal Bewegung mit der Verwaltung aneinander gerät. Die vom Oberbürgermeister postulierte konstruktive Zusammenarbeit hat hinter den Kulissen schon deutliche Blessuren davongetragen. Das Dumme ist nur: Beide Seiten sind aufeinander angewiesen.

Den Nordbahntrassen-Umbau kann weder die Stadt noch die Wuppertal Bewegung allein stemmen. Mehr noch: Vom Erfolg dieser Allianz wird es abhängen, ob es gelingen kann, Investitionen in die Zukunft der Stadt mit privaten Geld umzusetzen, ob privates Engagement ersetzen kann, wozu eine ausgelaugte Kommune nicht mehr in der Lage ist. Scheitert der Modellversuch, wäre mehr verloren als nur ein Rad- und Fußweg.

Deshalb müssen sich Wuppertal Bewegung und Stadtplaner zusammenraufen und sich in Toleranz üben. Gerhardt und Co. stehen bei ihren Geldgebern im Wort, wissen aber auch, dass sich die Stadtregierung ein Scheitern der Trasse nicht leisten kann. Noch weniger allerdings kann sich eine Verwaltung aus den bürokratischen Normen befreien. Solange die Verfahren nicht grundsätzlich vereinfacht und die bürokratischen Hürden nicht abgebaut werden, gilt: Wenn die Wuppertal Bewegung jetzt auf Konfrontation setzt, verspielt sie Sympathien. Das wiederum können sich die Ehrenamtlichen nicht leisten.

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