Andreas Mucke und Franziska Pötter sehen das Fassadenprogramm als vollen Erfolg.

interview
Andreas Mucke und Franziska Pötter vom Büro für Quartierentwicklung.

Andreas Mucke und Franziska Pötter vom Büro für Quartierentwicklung.

Andreas Fischer

Andreas Mucke und Franziska Pötter vom Büro für Quartierentwicklung.

Wuppertal. Das Hof- und Fassaden-Programm im Rahmen der „Sozialen Stadt“ für Wichlinghausen und Oberbarmen war ein voller Erfolg: Die 160 000 Euro sind durch bereits vorliegende Anträge weitgehend aufgebraucht. Damit erhalten Eigentümer für die Gestaltung von Außenwänden, Höfen und Dächern auf privaten Grundstücken 40 Prozent Zuschuss. Franziska Pötter und Andreas Mucke vom Büro für Quartierentwicklung sehen einen großen Effekt durch das Programm.

Welches ist Ihr Lieblingsprojekt aus dem Programm?

Franziska Pötter: Bei diesen Gründerzeit-Häusern ist es einfach schön, wenn sie durch den Anstrich erst so richtig zur Geltung kommen.

Andreas Mucke: Es gibt so viele tolle Gebäude, die aber vergammelt und verschmutzt aussehen - da kann man mit ein bisschen Farbe viel erreichen.

Was kann gefördert werden?

Pötter: Neben dem Anstreichen von Fassaden kann auch die Begrünung von Dächern und Mauern gefördert werden - das wäre auch schön, das hat noch keiner gemacht. Auch das Bepflanzen von Vorgärten und Innenhöfen oder die künstlerische Gestaltung von Mauern oder Wänden, etwa durch Graffiti-Künstler, kann bezuschusst werden. Denkmalgeschützte Fassaden müssen natürlich mit der Denkmalbehörde abgestimmt werden.

Wie viele Projekte wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren unterstützt?

Pötter: Sieben Häuser sind schon fertig gestellt, für vier sind die Anträge von der Stadt bewilligt, da warten die Eigentümer nur noch auf gutes Wetter. Weitere 36 Anträge bearbeiten wir gerade. Wurden auch schon Anträge abgelehnt?

Mucke: Einen Antrag musste die Stadt ablehnen, weil der Eigentümer den Hof, den er verschönern wollte, nur alleine nutzen will. Aber wenn ein Antrag keine Chance hat, sagen wir das den Eigentümern im Beratungsgespräch.

Gibt es schon eine Warteliste für die nächste Auflage des Förderprogramms ab 2016?

Pötter: Ja - uns liegen schon fünf neue Anträge vor. Wenn von den jetzigen Anträgen welche zurückgezogen werden, rücken sie natürlich nach.

Mucke: Selbst ohne große Werbung erhalten wir sehr viele Ansprachen. Die meisten Antragsteller wohnen selbst im Haus oder sind dort aufgewachsen. Die haben einen echten Bezug zum Viertel, benötigen aber auch unsere Hilfe beim Ausfüllen der Anträge.

Welche Stadtteile profitieren ab 2016 davon?

Mucke: In den neuen Anträgen zur Sozialen Stadt ist neben Oberbarmen und Wichlinghausen auch Heckinghausen einbezogen. Und auch das Quartier Mirke bekommt ein neues Hof- und Fassadenprogramm.

Wie viel Geld haben Sie für die kommenden sechs Jahre beantragt?

Mucke: Der Bedarf ist groß. Die Stadt hat 300 000 Euro beantragt, aber eigentlich ist die Summe schon zu gering. Der erste Topf mit 160 000 Euro war nach einem Jahr ohne große Werbung weg.

Was bedeutet das Fassadenprogramm für den Stadtteil?

Mucke: Wenn die ersten Häuser gestrichen sind, fällt es erst auf, wie heruntergekommen die anderen sind. Dadurch erreichen wir einen Domino-Effekt, denn andere Eigentümer ziehen nach. Da haben Wohnungssuchende dann viel eher Lust, eine Wohnung zu mieten. Und es wertet direkt den Stadtteil auf - das ist für das Image wichtig. Es entsteht eine Aufbruchstimmung.

Leserkommentare (4)


() Registrierte Nutzer