Gut 40 Rollstuhl-Fahrer kamen zum Schnuppertraining an die Gathe. Für sie soll es in der Stadt künftig regelmäßigen Sport geben.

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Eine beliebte Sportart in der Gathe war der Rollstuhl-Basketball.

Eine beliebte Sportart in der Gathe war der Rollstuhl-Basketball.

Uwe Schinkel

Eine beliebte Sportart in der Gathe war der Rollstuhl-Basketball.

Wuppertal. In der Sporthalle Gathe spielt eine junge Frau mit ihrem Vater Badminton. Sie macht den Aufschlag, prompt kommt der Ball zurück - und landet einige Meter neben ihr auf dem Boden. "Hier steh ich, das siehst du doch!", ruft sie ihrem Vater zu. Die junge Frau sitzt im Rollstuhl. Für sie ist es unmöglich, mal eben einen Schritt zur Seite zu machen, wenn der Ball schief angeflogen kommt. Trotzdem hat sie sichtlich Spaß an der Sache. Die beiden Badmintonspieler nehmen an einem Schnuppertraining speziell für Rollstuhlfahrer teil. Ziel: Ein regelmäßiges Sportangebot für Rolli-Fahrer in Wuppertal zu schaffen. Denn bisher gibt es so etwas im Tal nicht.

Das Angebot an der Gathe wird gut angenommen: In der ganzen Sporthalle laufen und rollen Kinder, Erwachsene und Senioren umher. Ein Rollstuhlfahrer spielt mit einem "Fußgänger" Tischtennis. Die rollenden Basketballspieler dribbeln den Ball nicht, sondern halten ihn stattdessen auf dem Schoß, während sie auf den Korb zusteuern. Mittendrin sitzt Bernd Engels, Vorsitzender des Behindertenbeirats der Stadt Wuppertal und Initiator der Aktion.

"Wir wollen den weißen Fleck in Sachen Rollstuhlsport in Wuppertal tilgen", sagt Engels. Bisher mussten Rollstuhlsportler aus dem Tal in Städte wie Bochum oder Köln ausweichen, so Engels. Das Schnuppertraining soll daher vor allem interessierte Rollstuhlfahrer zusammenbringen.

Es zählen vor allem der Spaß und die Bewegung

Gemeinsam mit dem Verein Handicap Sport Wuppertal (HSW) will der Behindertenbeirat ein regelmäßiges Sportangebot etablieren. Ab dem kommenden Samstag, 13. März, wird von 10 bis 13 Uhr ein Sporttreff für Rollstuhlfahrer an der Gathe angeboten. Hier können Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam Sport treiben. Je nach Interesse sollen aber auch weitere Kurse geschaffen werden, etwa Schwimmen, Selbstverteidigung oder Leichtathletik.

"Dabei zählen vor allem der Spaß und die Bewegung", sagt Aurora Dalama, Übungsleiterin vom HSW. Besonders für das Selbstbewusstsein und das Miteinander der Rollstuhlfahrer sei Sport wichtig. Der 50-jährige Guido Tauber ist der Einladung zum Schnuppernachmittag gerne gefolgt. Seit neun Jahren sitzt er im Rollstuhl. Früher hat er regelmäßig Tischtennis gespielt, jetzt zum ersten Mal im Sitzen. "Ich bin hier, um alles auszuprobieren", sagt die 13-jährige Katrin. Sie interessiert sich vor allem für das Rollstuhltanzen. Das ist ebenfalls in Planung - bis jetzt mangelt es aber noch an Teilnehmern.

Mehr Infos zu dem Sportangebot für Rollstuhlfahrer sind erhältlich bei Bernd Engels vom Behindertenbeirat unter Telefon 75 21 70 oder per E-Mail: hb.engels@t-online.de

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