Im Ratssaal wurde des früheren Oberbürgermeisters gedacht.

Trauer
Auch Oberbürgermeister Peter Jung erinnerte an seinen verstorbenen Amtsvorgänger Hans Kremendahl.

Auch Oberbürgermeister Peter Jung erinnerte an seinen verstorbenen Amtsvorgänger Hans Kremendahl.

Stefan Fries

Auch Oberbürgermeister Peter Jung erinnerte an seinen verstorbenen Amtsvorgänger Hans Kremendahl.

Wuppertal. Der am 10. Februar im Alter von 66 Jahren verstorbene frühere Oberbürgermeister Hans Kremendahl hat im Ratssaal viele brillante Reden gehalten. Daran erinnerten am Freitag an gleicher Stelle Oberbürgermeister Peter Jung, der SPD-Parteivorsitzende Dietmar Bell und Ernst-Andreas Ziegler in einer bewegenden Gedenkstunde und würdigten den früheren Oberbürgermeister als Parlamentarier mit Leib und Seele.

Den drei Rednern gelang es im Kreis der Familie Kremendahl, seiner Weggefährten und zahlreicher Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, den Werdegang eines intellektuellen, politischen und sensiblen Menschen zu beschreiben. Im Amt des Wuppertaler Oberbürgermeisters fand er seine Lebensaufgabe, musste aber in der Folge der Spendenaffäre persönlich einen hohen Preis zahlen.

Erinnerung an einen intellektuellen und sensiblen Menschen

Die juristische Aufarbeitung der Affäre, die in allen Instanzen mit Freisprüchen für Hans Kremendahl endete, klammerten die drei Redner bewusst nicht aus – und wurden gerade dadurch dem Menschen Hans Kremendahl gerecht. „Die Partei hat damals große Fehler gemacht. Dass Hans Kremendahl zum Zerrbild der Affäre gemacht wurde, schmerzt mich heute noch sehr“, sagte Dietmar Bell. Ein Eingeständnis, das man in dieser Form bisher öffentlich noch nicht aus den Reihen der SPD gehört hatte. „Du hast Dich für die Partei entschuldigt. Für die schwersten Stunden, die er durchmachen musste“, sagte Ernst-Andreas Ziegler, damaliger Presseamtschef von Hans Kremendahl, als direkte Reaktion auf Dietmar Bells Rede.

Ernst-Andreas Ziegler erinnerte an die großen Stärken Kremendahls. Eines Mannes, der trotz vieler Jahre als Wissenschaftler und Politiker in Berlin nicht das Cronenberger Platt verlernt hatte. „Er lud vieles auf seine Schultern und er war sensibel, was er sich aber nicht anmerken ließ.“

Oberbürgermeister Peter Jung wies auf Projekte wie den Umbau der Schwebebahn oder den Bau der Barmer Synagoge hin, die Kremendahl in seiner Amtszeit von 1996 bis 2004 angestoßen und umgesetzt hatte.

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