Die Mitarbeiter und Kooperationspartner feierten das am Hofkamp mit einem Familienfest.

Die Mitarbeiter und Kooperationspartner feierten das am Hofkamp mit einem Familienfest.
Bereichsleiterin Diane Kollenberg-Ewald und Abteilungsleiter Clemens Duda (r.) zeigen Pfarrer Jörg Hohlweger aus dem Vorstand welche Arbeiten in der Werkstatt ausgeführt werden.

Bereichsleiterin Diane Kollenberg-Ewald und Abteilungsleiter Clemens Duda (r.) zeigen Pfarrer Jörg Hohlweger aus dem Vorstand welche Arbeiten in der Werkstatt ausgeführt werden.

Stefan Fries

Bereichsleiterin Diane Kollenberg-Ewald und Abteilungsleiter Clemens Duda (r.) zeigen Pfarrer Jörg Hohlweger aus dem Vorstand welche Arbeiten in der Werkstatt ausgeführt werden.

Elberfeld. Es ist wie bei einem großen Familienfest: Auf dem Hof vor dem Eingang brutzelt der Grill, drinnen werden leckere Happen gereicht, die Menschen plaudern, gehen herum. Der Ergotherapeutische Dienst der Bergischen Diakonie ist 30 Jahre alt geworden. Das wurde am Hofkamp, einem von sechs Standorten in Wuppertal, Wülfrath und Velbert, gefeiert. Klienten und Mitarbeiter waren gekommen, Kooperationspartner, Nachbarn und Vertreter der Firmen, mit denen der Dienst zusammenarbeitet.

Begonnen habe alles als kleines Angebot für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen in den Wohnheimen der Diakonie, erzählt Clemens Duda, Abteilungsleiter Fachdienste – Ergotherapeutischer Dienst/Offenes Atelier. „Sie haben in der Wäscherei mitgearbeitet, in der Hauswirtschaft, haben den Hausmeister unterstützt. Erst nach Jahren hat sich ein eigenständiges Angebot mit unterschiedlichen Schwerpunkten entwickelt. Heute arbeiten Menschen von 18 bis 74 Jahren in acht Arbeitsbereichen.“

Die Angebote umfassen Montage und Verpackung, Holzwerkstatt und Gärtnerei, Bäckerei, Nähwerkstatt, Papierrecycling, Aufbereitung von Altkleidung, Begegnungen und Kontakte. Duda: „Sie würden sagen: Wir montieren, falten, nähen, sägen, wiegen und lachen viel. Sie sind stolz auf ihre Arbeit, stellen Nützliches für Industrie und Alltag her und leisten ihren Teil in unserer Gesellschaft.“

Das Angebot für die Menschen kann vielfältig sein

Auf dem Fest kann man fertige Produkte sehen, leckere Brote, Holzfiguren, Topfpflanzen. Man kann aber auch Klienten an ihrem Arbeitsplatz besuchen und sehen, was sie dort machen. Einer von ihnen ist Heinz Lange. Er montiert Flaschenzüge. Der kleinste wirkt, als könne man ihn in die Hosentasche stecken. „Aber 250 Kilo schafft der“, sagt Lange, „da staunt man schon. Und der hier“, er zeigt auf den größten „kommt sogar mit drei Tonnen klar. Damit kann man in einer Kfz-Werkstatt einen Motor rauswuchten. Oder in der Forstwirtschaft, da nimmt man die auch.“ Gegenüber werden für eine große Drogerie-Kette Nagelzangen in Blister-Verpackungen gelegt und mit der Beschreibung versehen. Duda: „Wir holen die Menschen da ab, wo sie sind. Und gucken dann, wo das hingehen kann. Das können niederschwellige Angebote mit direkter Entlohnung sein oder eine vertragsgebundene Tätigkeit.“ Es kann in eine Betreute Werkstatt vermittelt werden oder auch auf den ersten Arbeitsmarkt. „Unsere Ziele sind: Vor allem eine feste Struktur im Tag zu vermitteln. Dann schauen wir, wie belastbar jemand ist und wie es weitergehen kann.“

Der Dienst liefert zur Zeit an zehn Firmen. An allen sechs Standorten zusammen bietet er rund 200 Plätze. Ungefähr 60 davon sind am Hofkamp angesiedelt. Mehr als 20 Diakonie-Mitarbeiter sind in Wuppertal, Wülfrath und Velbert für die Klienten da. Derzeit, so Duda, beschäftige das Bundes-Teilhabegesetz den Dienst. „Wir hoffen, dass die Tagesstruktur einen sicheren Platz im neuen Landesrahmenvertrag bekommt.“

bergische-diakonie.de

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