Das Wichernhaus klagt über mangelnde Anerkennung der Arbeit des zweiten Arbeitsmarktes beim Bau des Rad- und Wanderweges.

Auf dem Uellendahler Viadukt möchte die Wuppertal-Bewegung die Gedenk-Plaketten an einem Ort auf der Trasse konzentrieren.
Auf dem Uellendahler Viadukt möchte die Wuppertal-Bewegung die Gedenk-Plaketten an einem Ort auf der Trasse konzentrieren.

Auf dem Uellendahler Viadukt möchte die Wuppertal-Bewegung die Gedenk-Plaketten an einem Ort auf der Trasse konzentrieren.

Stefan Fries

Auf dem Uellendahler Viadukt möchte die Wuppertal-Bewegung die Gedenk-Plaketten an einem Ort auf der Trasse konzentrieren.

Wuppertal.  Bei strahlendem Sonnenschein herrschte in den vergangenen Tagen wieder Hochbetrieb auf der Nordbahntrasse. Zwei Jahre nach der Eröffnung des Rad- und Wanderwegs hat die Trasse nichts an ihrer Attraktivität eingebüßt. Trotzdem hängt der Haussegen im Kreis der Erbauer schief. Zwischen dem Vorstand der Wuppertal-Bewegung und der Geschäftsführung der gemeinnützigen GmbH Wichernhaus ist ein Streit darüber ausgebrochen, in welcher Form die unbestrittenen Leistungen der Wichernhaus-Mitarbeiter des zweiten Arbeitsmarktes gewürdigt werden sollen.

Das Wichernhaus hat bei der Stadt einen Vorschlag eingereicht, an fünf Stellen der Trasse mit Plaketten oder Hinweisschildern auf die Verdienste der Ein-Euro-Jobber hinzuweisen. Die Wuppertal-Bewegung will hingegen die Würdigung sowohl von Erbauern als auch Sponsoren auf dem Uellendahler Viadukt konzentrieren.

Nach Informationen der WZ knirscht es allerdings schon seit einigen Monaten in der Beziehung zwischen WuppertalBewegung und Wichernhaus auf der Führungsebene. Selbst der vorweihnachtliche Friede wollte sich nicht mehr einstellen, denn das Wichernhaus verweigerte vor seiner Weihnachtsfeier die Annahme von 100 Kalendern der Wuppertal-Bewegung. „In den vergangenen Jahren hatten wir mit etwa zehn Personen die Feier besucht und die Gelegenheit genutzt, den Mitarbeitern des Wichernhauses zu danken, aber diesmal blieb die Einladung aus“, sagt Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertal-Bewegung.

Der Streit wird auf der Führungsebene ausgetragen

Den Ablauf bestätigt Johann Karl Wagner, Geschäftsführer der Wichernhaus gGmbH. „Wir wollten in diesem Jahr unter uns bleiben.“ Ein Grund sei die Enttäuschung darüber gewesen, dass die Leistung des zweiten Arbeitsmarktes nicht gewürdigt werde. „Jetzt wissen noch viele, dass die Wichernhaus-Mitarbeiter Kilometer um Kilometer der Trasse gepflastert haben, doch wie wird das in einigen Jahren sein?“, fragt Johann Karl Wagner.

55 Langzeitarbeitslose seien aktuell in der Trassenmeisterei beschäftigt. „Sie sorgen dafür, dass die Nordbahntrasse zu den am besten gepflegten Straßen Wuppertals zählt“, lobt Wagner seine Mitarbeiter.

Die ersten Verstimmungen traten offensichtlich während der Verleihung des Ehrenrings der Stadt Wuppertal an Carsten Gerhardt im Sommer auf. „In seiner Rede hat Gerhardt den zweiten Arbeitsmarkt damals mit keinem Wort erwähnt“, sagt Johann Karl Wagner. Den Vorwurf weist Carsten Gerhardt zurück: „Ich habe in meiner Rede ausdrücklich angekündigt, dass ich keine Dankesworte ausspreche, weil es unmöglich ist, alle aufzuzählen, die an diesem Gemeinschaftswerk beteiligt sind.“ Ähnlich sei der Fall bei einer Ausstellung der Wuppertal-Bewegung in der Stadtsparkasse. „Die Dokumentation hatte das Thema „10 Jahre Wuppertal-Bewegung“ und hat sich ganz auf unseren Verein konzentriert“, sagt Gerhardt. Er lobt die Zusammenarbeit mit den Wichernhaus-Mitarbeitern und siedelt den Streit auf der Führungsebene an. „Im Grunde geht es um gekränkte Eitelkeiten“, sagt Gerhardt.

Die Stadt muss als Trasseneigentümer die Rolle des Schiedsrichters oder Schlichters übernehmen. Demnächst soll es einen runden Tisch mit allen Beteiligten im Rathaus geben. Einen Termin konnte die Verwaltung gestern noch nicht benennen.

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