Der Wuppertaler Komponist Thomas Beimel ist völlig unerwartet am Mittwoch gestorben.

Der Wuppertaler Komponist Thomas Beimel ist völlig unerwartet am Mittwoch gestorben.
Thomas Beimel hatte oft ein Lächeln auf den Lippen. Archiv

Thomas Beimel hatte oft ein Lächeln auf den Lippen. Archiv

D. Wolf

Thomas Beimel hatte oft ein Lächeln auf den Lippen. Archiv

Wuppertal. „Er reißt eine Riesenlücke“, sagt Olaf Reitz, der eng mit Thomas Beimel befreundet war und viele künstlerische Projekte mit ihm verwirklicht hat. Die Nachricht vom plötzlichen Tod des 49 Jahre alten Musikers und Komponisten sorgt für Trauer bei den Kulturschaffenden.

„Er war ein ganz wichtiger Teil der Wuppertaler Kulturszene“, betont Monika Heigermoser, Leiterin des Kulturbüros. „Thomas Beimel war gleichermaßen ein sehr ernsthafter und fröhlicher Mensch. Er hat die Menschen ganz stark beflügelt und motiviert.“ Durch seine internationalen Kontakte und Arbeiten habe er immer wieder neue Impulse nach Wuppertal gebracht.

„Mit dem Tod von Thomas Beimel verliert die Musikstadt Wuppertal einen geistreichen, vielseitigen und kreativen Komponisten und Musiker, der sich niemals im künstlerischen Elfenbeinturm versteckt, sondern sich aktiv in die Stadtgesellschaft eingebracht hat“, sagt Lutz-Werner Hesse, Leiter der Musikhochschule.

Beimel hat das Wuppertaler Musikleben stark geprägt. Regelmäßig trat der studierte Bratscher mit seinem Ensemble Partita Radicale auf, das im Kollektiv Musik zwischen Improvisation und Komposition spielte. Doch auch die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Musik faszinierte ihn. Auf Deutsch, Englisch, Spanisch, Tschechisch und Rumänisch veröffentlichte er musikwissenschaftliche Arbeiten. In Bukarest studierte er Komposition bei Myriam Marbe.

Seine erste Oper „Idyllen“ wurde 1999 am Stadttheater Mönchengladbach uraufgeführt. Im Wuppertaler Opernhaus war 2001 Beimels Bühnenmusik zu Kafkas „In der Strafkolonie“ und 2012 das Musiktheater „Vom guten Ton“ zu hören. Immer wieder arbeitete er an der Grenze zwischen den verschiedenen Kunstformen: So schuf er mit Olaf Reitz eine Stadtrundfahrt mit Theater und Musik sowie die fahrbare Gedichtwerkstatt „Poetomobile“. Sie sollte eigentlich im nächsten Viertelklang zu hören sein.

Auch für Kinder hat sich Beimel engagiert. So erarbeitete er im Rahmen des Projekts „Kultur am Vormittag“ mit Grundschülern ein Theaterstück mit Musik nach Moliere. Zwei Jahre lang diskutierte er mit den Kindern Zitate von Moliere und Beckett, entwickelte mit ihnen Gesten, Tanzschritte und Musik auf Alltagsgegenständen.

Der Austausch, das gemeinsame Schaffen war Beimel wichtig. Ob der Kontrast zu Bachs Musik in Kirchengemeinden oder Musik zu Büchern – immer wieder beschritt Beimel neue Wege.

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