70 Fans der Nordbahntrasse genossen am Samstag ihren Spaziergang über den beliebten Rad- und Wanderweg.

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Begegnung auf Rollen und Füßen: Die Trasse lockte am Samstag Rollerfahrer und Wanderer gleichermaßen aus der Reserve.

Begegnung auf Rollen und Füßen: Die Trasse lockte am Samstag Rollerfahrer und Wanderer gleichermaßen aus der Reserve.

Uwe Schinkel

Begegnung auf Rollen und Füßen: Die Trasse lockte am Samstag Rollerfahrer und Wanderer gleichermaßen aus der Reserve.

Wuppertal. Wer sich auf eine Wanderung begibt, sollte nicht nur auf fest geschnürte Laufschuhe und - bei sommerlichen Temperaturen - einen Sonnenhut setzen: Auch eine Flasche Wasser und ein aufmerksamer Blick zählen zu einer guten Ausrüstung - vor allem dann, wenn es über die Norbahntrasse Richtung Wichlinghausen geht. Am Samstag lud die Wuppertal Bewegung zur Wanderung über die ehemalige Rheinische Strecke ein und bot auch diesmal erstaunliche Ein- und Ausblicke.

Eine Entdeckungstour
mit vielen Höhen und Tiefen

Um 14 Uhr fiel der Startschuss: Von der alten Station am Ostersbaum aus ging es für gut 70 Fans der Nordbahntrasse über fünf weitere Etappen: Der Bahnhof Loh gehörte ebenso dazu wie die Brücke an der Schönebecker Straße, der Tunnel Rott, das Viadukt am Steinweg und nicht zuletzt die Etappe am Heubruch. "Hier geht es im wahrsten Sinne des Wortes drunter und drüber", schmunzelte Rolf Dellenbusch von der Wuppertalbewegung, der zusammen mit Olaf Nagel über die alten Wegleitungen und Straßenbrücken führte.

"Man erlebt und sieht die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive."

ChristianeBlume-Teubler, Teilnehmerin der Trassen-Wanderung, über den Reiz der Strecke

Unter grünen Laubdächern ging es für die Naturfreunde vorbei an Felsen und leuchtenden Wiesen zum Bahnhof Loh. Dort wurde nicht nur eine kurze Verschnaufpause eingelegt, die dank der Schatten spendenden Baumkronen für Abkühlung sorgte. Auch die Geschichte des alten Bahngeländes sorgte für Gesprächsstoff: "Wir haben den alten Bahnhof aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Früher war hier nichts los - jetzt kommen die Leute gerne hierhin", sagte Olaf Nagel.

Viele Wuppertaler wüssten nach wie vor nicht genau, wo die Nordbahntrasse eigentlich herführe und was es dort zu sehen gibt. Deshalb sei es so wichtig, die Strecke noch weiter bekannt zu machen und durch Wanderungen wie diese den Wuppertalern näher zu bringen, so Nagel.

Nach dem ersten Teilstück der Trasse wartete bereits der 364Meter lange Rotter Tunnel, der die 70 Entdecker in Dunkelheit hüllte. Christiane Blume-Teubler, Teilnehmerin der Trassen-Wanderung, war von den Ein- und Ausblicken begeistert: "Das ist total spannend. Man erlebt und sieht die Stadt aus einer ganz anderen Perspektive."

Stadt und Natur wechseln sich ab

"Noch im August / September 2010 sollen die Entwurfsplanungen für die gesamte Strecke bei der Bezirksregierung in Düsseldorf eingereicht werden", berichtet die Wuppertal Bewegung mit Blick auf den aktuellen Stand der Dinge. "Wir hoffen auf weitere Bauarbeiten an der gesamten Strecke ab November 2010." In zwei Jahren soll der innerstädtische Teil der Trasse fertig sein.

Das sei auch das Besondere an der Nordbahntrasse, was Nagel angesichts der funkelnden Häuserdächer und den weiten Fernblicken verriet: "Wir haben hier einen innerstädtischen Weg. Dieses Wechselspiel von Stadt und Natur erlaubt ganz neue Einsichten. Man erhält ganz tolle Ausblicke - ganz anders, als es die sonst gängigen Weg- und Radstrecken hergeben."

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