Das wurde aber auch Zeit. Endlich wird eine bergische Kultur-Fusion nicht länger wie eine ansteckende Krankheit behandelt. Offenbar bedurfte es aber erst des nötigen Drucks aus Düsseldorf, um die drei Städte an einen Tisch zu zwingen. Denn das Städtebündnis wird zwar gern in Sonntagsreden herausgestellt, gelebt wird es allerdings nach wie vor nur widerwillig. Ein gemeinsames bergisches Theater und vor allem ein bergisches Orchester wären aber wirklich mal der große Wurf, mögen Bühnenvereine und alle übrigen Kulturverliebten in Wuppertal, Remscheid und Solingen auch noch so laut postulieren, dass der Niedergang des Abendlandes vom Bergischen ausgehe.

Zumal die Pessimisten noch entspannt bleiben können. Denn bis es die bergische Kulturgroßstadt geben wird, dürften noch viele Spielpläne abgewickelt werden. Darauf deutet schon die Tatsache hin, dass man allein die Bestellung eines Gutachtens - noch dazu unter Vermittlung des Landes - als Kooperations-Erfolg verkauft. Selbst wenn ein solches Gutachterverfahren überhaupt nötig ist, sollten die Städte eher kleinlaut zugeben, dass sie erst jetzt auf die Idee gekommen sind. Also in einer Zeit, in der die Haushalte längst vor die Wand gefahren wurden. Dies wirkt um so schwerer als eine möglichst enge Kooperation bereits unter Generalintendant Gerd-Leo Kuck durchdacht wurde. So können Millionen eingespart werden, wenn die beiden Sinfonieorchester aufgelöst werden und als ein Spitzenorchester wieder auferstehen. Die Abwicklung ist allerdings nicht unter 15 Jahren zu haben. Dennoch: Der Bann ist gebrochen, und am Ende muss keine Stadt Federn lassen. Im Gegenteil, alle können gewinnen und ihre Konkurrenzfähigkeit im NRW-Kulturbetrieb verbessern. Selbst die Schließung des Schauspielhauses wäre zu verkraften, wenn die Wuppertaler auch die Spielstätten in Remscheid und Solingen als die ihren begreifen würden.

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