Nach sieben Jahren ist das Verfahren gegen den mittlerweile 69 Jahre alten Harald Steup endgültig eingestellt worden.

Wuppertal. Vor sieben Jahren nahm die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen Harald Steup auf. Der Vorwurf gegen den Ex-Spitzengenossen und engen Vertrauten Johannes Raus: Als Klinik-Chef soll Steup von 1996 bis 2002 vertragswidrig der damaligen Klinikum GmbH verschwiegen haben, dass er rund 240.000 Euro aus einer Beratertätigkeit erhalten hat. Laut Anklage hat Steup damals diese Einnahmen verschwiegen, um als Ex-Klinik-Chef ungekürzte Ruhegehaltsbezüge zu kassieren. Wie berichtet, hat die Staatsanwaltschaft in ihrer Betrugsanklage gegen Steup ausgerechnet, dass dem Klinikum ein Schaden von 179.000 Euro entstanden ist. Jahrelang mühte man sich um die gerichtliche Aufklärung. Doch jetzt steht endgültig fest: Der mittlerweile 69 Jahre alte Harald Steup ist zu krank für einen Prozess. Entsprechend hat das Landgericht das Verfahren eingestellt. Ein vom Gericht bestellter Gutachter hatte zuvor festgestellt, dass der Ex-Klinik-Chef dauerhaft nicht verhandlungsfähig ist.

Schon zwei Urteile im Fall Steup

Überraschend ist diese Entwicklung nicht. Wie berichtet, hatte Steup-Verteidiger Michael Schröder schon vor Jahren auf den kritischen Gesundheitszustand seines prominenten Mandanten hingewiesen. Zwischenzeitlich hatte man sogar in Erwägung gezogen, den Prozess nicht im Gericht, sondern quasi am Krankenbett des Ex-Klinik-Chefs durchzuziehen.

Kurios: Im Fall Steup gibt es bereits zwei rechtskräftige Urteile wegen Beihilfe zum Betrug. Seinerzeit stellte die Kammer unter Vorsitz von Richter Helmut Leithäuser (bekannt aus GWG- und Kremendahl-Verfahren) auch ausdrücklich fest, dass der Ex-Chef mit den verschleierten Nebenverdiensten die Kliniken betrogen hat.

Laut Einstellungsbeschluss des Landgerichts Wuppertal übernimmt die Staatskassen den Großteil der angefallenen Kosten. Im Verfahren gegen Harald Steup wurden vom Gericht unter anderem zwei Gutachten zum Gesundheitszustand des Angeklagten in Auftrag gegeben. Die Kosten dafür dürften sich auf einen vierstelligen Euro-Betrag belaufen.

Die notwendigen Auslagen des Angeklagten - damit sind die Kosten für die verteidigung gemeint - werden laut Beschluss des Landgerichts nicht der Staatskasse auferlegt.

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