Elefantenbaby Shawu
Elefantenbaby Shawu braucht jede Stunde die Flasche - Mama Pundas Zitzen findet der vier Tage alte Bulle nicht.

Elefantenbaby Shawu braucht jede Stunde die Flasche - Mama Pundas Zitzen findet der vier Tage alte Bulle nicht.

Ina Fassbenders

Elefantenbaby Shawu braucht jede Stunde die Flasche - Mama Pundas Zitzen findet der vier Tage alte Bulle nicht.

Wuppertal. Noch wirkt er etwas tolpatschig auf dem Weg zu seinem ersten Pressetermin. Zwischen den Beinen seiner Mutter Punda und der großen Schwester Bongi torkelt Shawu unter Blitzlichtgewitter und den neugierigen Blicken zahlreicher Kindergartenkinder den Journalisten, Fotografen und Kameramännern entgegen. Der Medienrummel um Shawu, den kleinen Elefanten, der am späten Donnerstagabend vergangener Woche das Licht der Welt erblickte, und seinen vier Tage älteren Bruder Uli ist riesig.

Shawu ist einfach zu groß und findet daher die Zitze seiner Mutter nicht

Shawu scheint der Rummel um seine Person unheimlich zu sein. Er hält sich lieber hinter der Herde versteckt und gönnt den Fotografen nur selten die Chance auf ein Foto von ihm und Bruder Uli.

Doch in die überschwängliche Freude über die beiden Geburten im Elefantenhaus mischen sich auch Sorgen um den kleinen Dickhäuter. Denn Shawu trinkt einfach nicht. Und so füttern die Tierpfleger den Mini-Elefanten mit der Flasche. „Dabei achten wir darauf, dass er immer in der Nähe der Mutter bleibt“, sagt Zoodirekto Ulrich Schürer. Sie hoffen, dass Shawu irgendwann doch noch die Zitze der Mutter findet und selbstständig trinkt. Das Problem ist dabei ganz klar anatomischer Art: Der Rüssel ist zu lang, Shawu einfach zu groß. „Er findet die Zitze der Mutter nicht, da sie für ihn viel zu niedrig liegt“, erklärt Schürer.

Normalerweise müsse ein Elefantenbaby den Kopf nach oben strecken, um zu trinken, Shawu hingegen müsse schon ein Stück in die Knie gehen, um an die Zitze zu gelangen. Das müsse er nun eben erstmal lernen.

Für Tierarzt Arne Lawrenz und die Elefantenpfleger bedeutet das im Moment Einsatz rund um die Uhr. Einmal in der Stunde braucht Shawu die Flasche. „Zurzeit trinkt er noch sehr schlecht und hört oft nach wenigen Schlucken wieder auf zu trinken“, berichtet ein sorgenvoller Zoodirektor. Auf Dauer sei dies für alle Beteiligten einfach zu anstrengend und ein Flaschenkind, da sind sich alle einig, wolle man nicht groß ziehen. Denn so eine Handaufzucht bringt gerade bei Elefanten viele Risiken und Gefahren mit sich.

Shawus Geburt war kompliziert, der Tierarzt musste nachhelfen

Elefantenbaby Shawu ist nach einem der größten und berühmtesten Elefantenbullen im Krüger-National-Park benannt. Er wog bei seiner Geburt mehr als 100 Kilo und war viel größer als sein Halbbruder Uli.

Dabei war auch schon Shawus Weg auf die Welt alles andere als leicht. Seine Geburt war mit drei Stunden extrem lang für eine Elefantengeburt und mit Komplikationen verbunden. Nach zwei Stunden tat sich bei Elefanten-Mama Punda nichts mehr und Tierazrt Lawrenz musste mit einem wehenfördernden Medikament nachhelfen. Das alles sei aber noch gar kein Grund zur Sorge gewesen .

Am Ende seines ersten Pressetermins scheint es fast so, als hätte Shawu den Worten des Zoodirektor gelauscht, denn wie zum Trotz saugt er vor unzähligen Kameraobjektiven minutenlang demonstrativ an der Flasche.

Leserkommentare (8)


() Registrierte Nutzer