Die Elberfelder City stand am Sonntag ganz im Zeichen der Langläufer von mehr als 180 bergischen Firmen. Außerdem gab es einen Studi-Lauf der Unversität und Junior-Uni-Läufe.

38079015504_9999.jpg
Mit etwa 170 Startern und Maskottchen Koboldinho war Vorwerk am Start – keine Firma hatte mehr Mitarbeiter dabei.

Mit etwa 170 Startern und Maskottchen Koboldinho war Vorwerk am Start – keine Firma hatte mehr Mitarbeiter dabei.

Ein solches Starterfeld war in Wuppertal noch nie zu sehen. Minutenlang dauerte es, bis am Sonntag alle Läufer auf die Strecken gehen konnten.

Mit solchen Fans im Rücken läuft es sich leichter.

Uwe Schinkel, Bild 1 von 3

Mit etwa 170 Startern und Maskottchen Koboldinho war Vorwerk am Start – keine Firma hatte mehr Mitarbeiter dabei.

Elberfeld. Es ist der Blick auf das Schuhwerk der Teilnehmer, der das Wesen des vierten Bergischen Firmenlaufs beschreibt: professionelle Laufschuhe stehen neben günstigen Einsteigermodellen, dazwischen treten ein paar Sneakers ungeduldig auf der Stelle, und irgendwo zeigt sich sogar ein Paar klobiger Arbeitsschuhe.

Ihre Besitzer haben unterschiedliche Ansprüche. „Uns geht es um den Spaß, nicht um das Ergebnis“, sagt Stephan Jekel vom Versicherer BG Bau. Entsprechend haben er und seine elf Kollegen sich auch gekleidet. Kostümiert mit Arbeitshandschuhen, Sicherheitsbrillen und rot-weißem Absperrband werden sie sich auf die 5,5 Kilometer lange Strecke durch die Elberfelder Innenstadt begeben. So angezogen und ohne Training gibt das keine Bestzeit.

Beim Team von Gottfried Schulz geht es ambitionierterzu. „Wir haben schon am ersten Firmenlauf teilgenommen“, sagt Mitarbeiter Werner Krey. „Und die meisten aus unserem Team laufen regelmäßig.“

Rekordfeld mit 3143 Läufern startet am Laurentiusplatz

Pünktlich um 16 Uhr fällt auf dem Laurentiusplatz der Startschuss zum Firmenlauf der Superlative. Hunderte Zuschauer säumen die Straßen und feuern die 3143 Starter an. „Die Atmosphäre ist bombastisch, das reißt einen richtig mit“, sagt Dorte Grothaus, die zusammen mit ihrem Mann Gunnar das Event verfolgt. Doch die Läufer müssen Geduld aufbringen. Wer es nicht bis in eine der ersten Startreihen geschafft hat, muss einige Minuten warten, bis er loslaufen kann – so voll ist es.

Organisatorin Silvia Kramarz von der Bergischen Krankenkasse ist zufrieden. „Die Resonanz ist großartig, der Standort ist super und die Strecke ist ideal“, sagt sie. Fast 100 Helfer hat sie an diesem Tag im Einsatz, um das Event stemmen zu können: Verkehrskadetten, Betreuer für die Sportler, Security, Zeitnehmer, Kameraleute und zwei Moderatoren.

Steckenlänge: 1600 Meter. Ergebnisse der Männer: 1. Platz Philip Langer (6,13 Min.), 2. Platz Tobias Kranauge (6,16 Min.), 3. Platz Kaspar Kemmerling (7,23 Min.). Ergebnisse der Frauen: 1. Platz: Pauline Voß (6,32 Min.), 2. Platz: Jasmin Schmerse (7,06 Min.), 3. Platz Lena Mobers (8,04 Min.).

Streckenlänge: 5,5 Kilometer. Ergebnisse der Männer: 1. Platz Sascha Velten (17,36 Min.), 2. Platz Philippe Abraham (18,15 Min.), 3. Platz Marc Walter (18,16 Min.). Ergebnisse der Frauen: 1. Platz Birte Bannert (21,17 Min.), 2. Platz Andrea Tummel (22,40 Min.), 3. Platz Conny Kronenberg (22,44 Min.).

Ausgezeichnet wurden nicht nur die schnellsten Läufer, sondern auch die originellste Kostümierung. Dieser Preis ging an das Sinfonieorchester Wuppertal, das im schwarzen Frack lief.

Der Firmenlauf um 16 Uhr bildet den Höhepunkt des Tages, der ganz im Zeichen von Laufen und Gesundheit steht. Auf dem Laurentiusplatz haben zahlreiche Partner der Veranstaltung ihre Stände aufgebaut, informieren über Fußgesundheit, Hilfe bei Bluthochdruck und Rückenproblemen. Sportlich beginnt der Tag mit dem ersten Junior-Lauf um 12.15 Uhr. Eine Viertelstunde später startet die zweite Junior-Gruppe. Zwischen zehn und 17 Jahren sind die Läufer alt, die nach 1600 Metern von stolzen Eltern in Empfang genommen werden.

Auch die Promiläufer sind im Ziel erschöpft

Unerwartet sportlich fällt auch der Promi-Lauf aus, bei dem unter anderem Schwimmstar Sarah Poewe, Musiker Stefan Mageney und Politiker Manfred Zöllmer an den Start gehen. „Eigentlich dachte ich, es wird ein ganz gemütlicher Lauf, aber dann wurde es plötzlich immer schneller“ sagt Uni-Rektor Lambert T. Koch, der im Ziel sichtlich erschöpft ist.

Viel Zeit zum Verschnaufen bleibt ihm allerdings nicht, denn wenige Minuten später ist er wieder an der Reihe. In diesem Jahr nimmt auch die Uni Wuppertal mit dem Bergischen Studi-Lauf teil. Etwa 250 Läufer – Studenten und Mitarbeiter – sind es, die um 14.30 Uhr an den Start gehen. „Ich bin froh, dass diese Kooperation zustande gekommen ist“, sagt Koch. „Wir wollten so etwas schon lange machen, aber natürlich auch keine Konkurrenz aufbauen.“

Das wäre vermutlich auch schwierig geworden, denn der Firmenlauf ist mittlerweile die größte Lauf-Veranstaltung in Wuppertal. Und die ist für Sascha Velten nach nur 17 Minuten und 36 Sekunden auch schon wieder vorbei. Mit dieser Zeit gewinnt er den Firmenlauf mit eindrucksvollen 39 Sekunden Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

Für Zuschauer und Teilnehmer gibt es nach dem Lauf noch Musik von der Coverband Flieger und zum Abschluss um 21 Uhr ein Feuerwerk. „Ist doch klar, dass wir den Lauf nach so einer Resonanz im nächsten Jahr wiederholen“, sagt Silvia Kramarz. „Und dann werden wir es auf 5000 Teilnehmer bringen.“

Leserkommentare (5)


() Registrierte Nutzer