Der BUND wirft der Stadt vor, bei Arbeiten im Tunnel den Tod von Tieren „billigend in Kauf zu nehmen“. Die Stadtverwaltung weist das zurück.

Nicht nur diese Gestalten, sondern auch Fledermäuse leben in den Tunneln der Nordbahntrasse. Um Sie dreht sich der jüngste Eklat.
Nicht nur diese Gestalten, sondern auch Fledermäuse leben in den Tunneln der Nordbahntrasse. Um Sie dreht sich der jüngste Eklat.

Nicht nur diese Gestalten, sondern auch Fledermäuse leben in den Tunneln der Nordbahntrasse. Um Sie dreht sich der jüngste Eklat.

Uwe Schinkel

Nicht nur diese Gestalten, sondern auch Fledermäuse leben in den Tunneln der Nordbahntrasse. Um Sie dreht sich der jüngste Eklat.

Wuppertal. Der Streit um den Schutz der Fledermäuse auf der Nordbahntrasse geht weiter. Wie berichtet, hat sich die Wuppertaler Kreisgruppe des Bundes für Umwelt- und Naturschutz (BUND) an die Bezirksregierung gewandt - und wirft der Stadt vor, bei Arbeiten im Tunnel Engelnberg den "Tod von Fledermäusen billigend in Kauf zu nehmen."

In einer ersten Reaktion wurde von Düsseldorf ein Baustopp in der Tunnel-Anlage verfügt, um die Ausnahmegenehmigung zu prüfen, die der Wuppertal Bewegung dort erteilt worden ist.

"Wir tun alles, um die Fledermäuse zu schützen."

Carsten Gerhardt, Vorsitzender der Wuppertal Bewegung

Die Stadt verstoße bei der Ausnahmegenehmigung gegen das Artenschutzrecht, und man halte sich im Winter mit Arbeiten im Tunnel nicht an die "vereinbarten Ruhezeiten für den Schutz der Fledermäuse." Die Bauarbeiten im Tunnel müsse man daher bis zum Ende der Winterschlafperiode im April aussetzen.

Wie berichtet, muss auch in diesem Tunnel unter anderem die Innenverkleidung erneuert werden. Der BUND befürchtet, dass dabei Fledermäuse aus dem Winterschlaf gerissen werden und dann ohne Nahrung in Form von Insekten verhungern.

165.000 Euro für Gutachten und den Fledermaus-Schutz

Unterdessen weisen die Stadtverwaltung und die Wuppertal Bewegung die Vorwürfe auf WZ-Nachfrage entschieden zurück. "Wir tun alles, um die Fledermäuse zu schützen und haben dafür viel Geld in die Hand genommen", erklärt Carsten Gerhardt, 1. Vorsitzender der Wuppertal Bewegung.

Insgesamt habe man mittlerweile 150.000 Euro in Umweltgutachten und noch einmal 15.000 Euro in den Fledermaus-Schutz investiert. Jetzt hoffe man, bald Klarheit zu haben. In der Zusammenarbeit habe die Stadt gerade mit Blick auf den Artenschutz "gewissenhaft gehandelt".

"Wir sehen uns juristisch auf der sicheren Seite", erklärt Baudezernent Frank Meyer. Auch die Umsiedlung von sechs Zwergfledermäusen im Tunnel Anfang Januar habe man überwacht. "Hier geht alles mit rechten Dingen zu, und wir legen Wert auf Transparenz." Der Baustopp betrifft nur den Tunnel - bis die Bezirksregierung als Aufsichtsbehörde den Fall geprüft hat.

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