Stadt und Kirchen gedenken zentral der Menschen, für die niemand eine Feier organisiert hat.

Stadtdechant Bruno Kurth und Superintendentin Ilka Federschmidt halten den Gottesdienst gegen das Vergessen in der Laurentiuskirche.  Archiv
Stadtdechant Bruno Kurth und Superintendentin Ilka Federschmidt halten den Gottesdienst gegen das Vergessen in der Laurentiuskirche. Archiv

Stadtdechant Bruno Kurth und Superintendentin Ilka Federschmidt halten den Gottesdienst gegen das Vergessen in der Laurentiuskirche. Archiv

Uwe Schinkel

Stadtdechant Bruno Kurth und Superintendentin Ilka Federschmidt halten den Gottesdienst gegen das Vergessen in der Laurentiuskirche. Archiv

Wuppertal. 35 Menschen sind in Wuppertal im vergangenen Jahr ohne Geleit und ohne eine eigene Trauerfeier bestattet worden. Jetzt stemmen sich die Stadt und die beiden großen christlichen Kirchen gegen diese Anonymität. Deshalb gibt es heute erstmals einen ökumenischen Gedenkgottesdienst für diese Menschen.

Die Gedenkfeier beginnt um 17 Uhr in der Elberfelder Basilika St. Laurentius. Die evangelische Superintendentin Ilka Federschmidt und der katholische Stadtdechant Bruno Kurth halten sie gemeinsam.

„So können beispielsweise Nachbarn und Vereinsmitglieder Abschied nehmen.“

Werner Kleine, Pastoralreferent

Wie hoch die Resonanz sein wird, kann Pastoralreferent Werner Kleine noch nicht abschätzen. Beispielsweise in Essen aber, wo es solche Feiern seit Langem und regelmäßig gibt, sind die Gottesdienste ausgesprochen gut besucht. Kleine erklärt das so: Zwar habe sich beim Tod der Betroffenen niemand verantwortlich gefühlt, die Trauerfeier zu organisieren. „Aber beim Gedenkgottesdienst können beispielsweise Nachbarn und Vereinsmitglieder Abschied nehmen.“ Und das ist vielen Wegbegleitern eben doch ein Bedürfnis.

Hintergrund: Die sogenannten Sozialbestattungen ohne Trauerfeier finden zum Beispiel dann statt, wenn das Ordnungsamt die Beisetzung organisiert hat. Das ist etwa dann der Fall, wenn der Verstorbene keine Angehörigen hatte, die sich dieser Aufgabe hätten annehmen können.

Besonderheit in Wuppertal: Diese Menschen werden ausschließlich auf dem städtischen Friedhof Ronsdorf beigesetzt. Er ist der einzige städtische Friedhof. Eine Konstellation mit Seltenheitswert in den Großstädten in Nordrhein-Westfalen.

Wie schwer beim Gottesdienst der ökumenische Gedanke wiegt, lässt sich daran erkennen, dass nicht in jedem Fall klar ist, ob der Verstorbene getauft ist. Unbedacht wurden die verstorbenen Katholiken aber nicht beigesetzt. Ein katholischer Geistlicher ist auch bei Ordnungsamtsbeerdigungen zugegen.

Der Anstoß zur zentralen Feier kam von der Stadt

Der Anstoß für diese Feier kam allerdings von der Stadt, wie auch Pastoralreferent Werner Kleine erklärt. Oberbürgermeister Peter Jung hatte im Vorfeld gesagt: „Menschen, die in unserer Stadt gelebt haben und hier verstorben sind, sollen nicht vergessen werden. Wir möchten uns gegen diese Anonymität stellen.“

Die Namen der Verstorbenen, derer heute gedacht wird: Elke Sievers, Hans-Karl Wieck, Günter Fischer, Dagobert Fleischhauer, Wolfgang Müller, Werner Osenberg, Marita Lindenbeck, Rudolf Kaessling, Stefan Piernikarczyk, Werner Reintjes, Manfred Laub, Karin Sarholz, Ulrich Bischof, Klaus-Dieter Düster, Andre Schuchard, Claus Volland, David Flach, Arthur Scheidt, Ursula Ziegler, Wolfgang Lehmann, Marinus de Jongh, Charlotte Siepermann, Hans Peter Erb, Jürgen Junghans, Ralf Lubrich, Wolfgang Krachten, Klaus Neumann, Hans-Jürgen Wischnewski, Rolf May, Peter Möller, Armin Klein, Klaus Schießer, Ingeborg Golletz, Nikolaus Stückler, Klaus Aurich.

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