Die Polizei warnt vor einer Gruppe von Salafisten, die vor Kneipen und Diskotheken Jugendliche anwerben.

Orange Signalwesten mit Schriftzug: So ausstaffiert wie auf diesem Handy-Foto unbekannter Herkunft, das im Internet kursiert zieht die „Scharia-Polizei“ durch Wuppertal.
Orange Signalwesten mit Schriftzug: So ausstaffiert wie auf diesem Handy-Foto unbekannter Herkunft, das im Internet kursiert zieht die „Scharia-Polizei“ durch Wuppertal.

Orange Signalwesten mit Schriftzug: So ausstaffiert wie auf diesem Handy-Foto unbekannter Herkunft, das im Internet kursiert zieht die „Scharia-Polizei“ durch Wuppertal.

Islamistische Gruppen sind in Wuppertal an vielen Stellen präsent – so wie hier bei einer umstrittenen Koran-Verteil-Aktion in der Elberfelder Innenstadt im Frühjahr 2012.

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Orange Signalwesten mit Schriftzug: So ausstaffiert wie auf diesem Handy-Foto unbekannter Herkunft, das im Internet kursiert zieht die „Scharia-Polizei“ durch Wuppertal.

Wuppertal. In Wuppertal treibt eine selbst ernannte „Shariah-Police“ ihr Unwesen.

Nach Angaben der Polizei lauert die etwa ein Dutzend Köpfe zählende Gruppe vor Kneipen und Diskotheken. Dort spreche sie junge Leute an, um sie auf den „wahren Weg“ zu leiten.

Dieser Weg führt nach Angaben des Integrationsbeauftragten der Stadt Wuppertal, Jürgen Lemmer, womöglich in militärische Trainingscamps des terroristischen Islam Staats. „Das ist eine höchst gefährliche Truppe, die für den Heiligen Krieg rekrutiert“, sagt Lemmer.

„Das ist eine höchst gefährliche Truppe, die für den Heiligen Krieg rekrutiert“

Jürgen Lemmer, Integrationsbeauftragter der Stadt Wuppertal

In Wuppertal ist die Gruppe zuletzt am Mittwochabend gegen 21 Uhr aufgefallen. Auf der Neumarktstraße stellten mehrere Polizisten die in gelbe Warnwesten mit der Aufschrift „Shariah Police“ gewandeten jungen Männer. Ihnen wird nun ein Verstoß gegen das Versammlungsgesetz vorgeworfen. Die Polizei hat Strafverfahren gegen sie eingeleitet.

Für Jürgen Lemmer ist die salafistische Versammlungsstätte an der Klophausstraße Keimzelle dieser Scharia-Polizei. Dort gäben sich derzeit Hassprediger die Klinke in die Hand, die sich sonst eigentlich nicht grün seien. Die Wuppertaler Salafisten um den bundesweit bekannten Konvertiten Sven Lau haben nach Einschätzung des Integrationsbeauftragten ein Akzeptanzproblem.

„Das Gewaltmonopol liegt ausschließlich beim Staat“

Birgitta Radermacher, Polizeipräsidentin

Der Zulauf zur Klophausstraße habe zuletzt merklich nachgelassen, so Jürgen Lemmer. „Nun wollen die Salafisten Stärke demonstrieren.“ Dafür nutzen die ultra-konservativen Moslems auch moderne Werkzeuge. Bis Mittwoch kursierte auf der Video-Plattform Youtube ein Beitrag, der ein paar Scharia-Polizisten auf Streife zeigte. Der Beitrag ist mittlerweile aus dem Netz verschwunden. Dafür gibt es allerdings Videobotschaften des als extremistisch eingestuften Predigers Pierre Vogel, der die Wuppertaler Scharia-Polizei lobt und gegen Kritik verteidigt.

Wer die Salafisten-Gruppe sieht, soll die Polizei rufen

Die Wuppertaler Polizei will rigoros gegen diese missionierenden Salafisten vorgehen. „Das Gewaltmonopol liegt ausschließlich beim Staat. Ein Auftreten, das einschüchtert, verunsichert oder provoziert, wird nicht geduldet“, sagt Polizeipräsidentin Birgitta Radermacher. Es gebe keinerlei Legitimation, für diese „Scharia-Polizei.“ Radermacher bittet darum, die Polizei zu verständigen, wenn die Salafisten-Gruppe auftaucht.

Für den Integrationsbeauftragten Wuppertals ist das Auftauchen der Islamsheriffs beinahe ein Schlag ins Kontor. „Das ist eine ganz bewusste Provokation“, sagt Jürgen Lemmer. Er kündigte an, dass die Stadt mit den 15 Moscheevereinen Wuppertals und Partnern im Bergischen Land ein Präventionsprojekt starten werde.