Im Stadtwald ist ein Rückepferd im Einsatz. Die Stute namens Malve ist auf den Transport von Baumstämmen trainiert.

Barmen
Imposante Erscheinung: Olaf Stracke führt seine Kaltblutstute Malve an ihren Arbeitsplatz im Barmer Wald.

Imposante Erscheinung: Olaf Stracke führt seine Kaltblutstute Malve an ihren Arbeitsplatz im Barmer Wald.

Andreas Fischer

Imposante Erscheinung: Olaf Stracke führt seine Kaltblutstute Malve an ihren Arbeitsplatz im Barmer Wald.

Wuppertal. Diese Mitarbeiterin der Stadt Wuppertal wiegt 750 Kilogramm, ist durchtrainiert und kann das Dreifache ihres Körpergewichts ziehen, ohne mit der Wimper zu zucken. Sie hört auf den Namen Malve, ist acht Jahre alt – und als Rückepferd in den kommenden Wochen bei der Forstpflege im Barmer Stadtwald im Einsatz.

Malve kommt aus Radevormwald und ist im Team mit Forstunternehmer Olaf Stracke auf den Transport von Baumstämmen spezialisiert. „Und damit eine Alternative zum Einsatz schwerer Forstmaschinen“, erklärt Albert Vosteen, Abteilungsleiter beim Forstamt der Stadt.

Hintergrund: Auch im Barmer Wald wird im Rahmen der Forstpflege jetzt „aufgeräumt“: Zum Ende der Vegetationszeit hat Bezirksförster Martin Kiefer kranke und geschädigte Bäume gekennzeichnet, die gefällt werden. Nach dem Einsatz der Säge schlägt Malves Stunde: Das Rückepferd – eine Rheinisch-Deutsche Kaltblutstute – zieht die Stämme zum Abtransport aus dem Wald.

Eine bessere und günstige Lösung als die Forstmaschine

Für diese vermeintlich nostalgische Arbeitsweise sprechen in Barmen gleich mehrere Gründe: Abgesehen davon, dass der Unimog der städtischen Forstverwaltung derzeit in der Werkstatt steht (Diagnose: Seilwinde beschädigt), erwies sich der Rückepferd-Einsatz bei der Ausschreibung der Waldarbeiten als bessere und günstigere Lösung im Vergleich zur Forstmaschine.

„Im Wald sind wir einfach beweglicher“, sagt Olaf Stracke. Gut ein Jahr lang wird ein Rückepferd auf seinen Einsatz trainiert. Und gerade auch im Barmer Wald, im Murmelbachtal oder auf der Kaiser-Wilhelm-Höhe ist der Platz zwischen den Waldwegen begrenzt.

Beim Ortstermin halten nicht nur Hunde respektvollen Abstand zum Rückepferd, das durch den Wald stampft: Vorgeschrieben ist im Landesforstgesetz ein Sicherheitsabstand von mindestens 50 Metern, den Spaziergänger zu Waldarbeitern mit Motorsägen halten müssen. Auch Absperrungen sind zu beachten.

Für Gesetze interessierte sich Malve beim Treffen im Stadtwald allerdings nicht: Ihre Aufmerksamkeit galt vielmehr einem geviertelten Apfel, den der Beigeordnete Harald Bayer dem Rückepferd mitgebracht hatte. Ansonsten frisst die Stute morgens und abends jeweils zehn Kilogramm Futter, um bei Kräften zu bleiben.

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