Die Skulpturen der Bildhauerin Ulle Hees sind in der ganzen Stadt zu finden.

Die Skulpturen der Bildhauerin Ulle Hees sind in der ganzen Stadt zu finden.
Ulle Hees im Jahr 2011 in ihrem Atelier an der Friedrich-Engels-Allee. Die Künstlerin starb 2012. Archiv

Ulle Hees im Jahr 2011 in ihrem Atelier an der Friedrich-Engels-Allee. Die Künstlerin starb 2012. Archiv

Uwe Schinkel

Ulle Hees im Jahr 2011 in ihrem Atelier an der Friedrich-Engels-Allee. Die Künstlerin starb 2012. Archiv

Sie gilt als Mutter von Mina Knallenfalls. Als Künstlerin machte sich Ulle Hees vor allem durch zahlreiche Skulpturen und Plastiken in Wuppertal und der Umgebung einen Namen. Die 2012 verstorbene Bildhauerin wurde 1941 geboren und wuchs in Vohwinkel auf. Sie studierte Bildhauerei an der Werkkunstschule Wuppertal. 1958 verließ sie das Tal und ging zu Prof. Joseph Henselmann an die Akademie der Bildenden Künste nach München.

Berühmte

Wuppertaler

Ulle Hees war auf der Suche nach neuen Perspektiven. Diese Suche führte sie 1961 für drei Jahre nach Rom an die Akademie der Schönen Künste. 1964 kehrte Ulle Hees in ihre Geburtsstadt zurück und blieb Wuppertal seitdem verbunden. Ihre Werke finden sich an vielen Stellen in der Stadt. In Elberfeld stehen ihre Abbilder der einheimischen Originale Zuckerfritz und Mina Knallenfalls. Auch die Sexualreformerin Helene Stöcker verewigte Ulle Hees in einem Denkmal in Elberfeld.

Kunst war für Ulle Hees dabei nie Selbstzweck, sondern Ausdruck dessen, was in ihr durch Erlebnisse und Erfahrungen ausgelöst wurde – auch durch die Beschäftigung mit der Zeitgeschichte. Die Reihe der Arbeiten, die auf die deutsche Geschichte verweisen, bezeichnete Ulle Hees selbst als „Fingerzeige“.

Das bekannteste ist die Bronzeplastik „Ja-Sager und Nein-Sager“, die auf dem Werth in Barmen steht - mit Bezug auf die Barmer Theologische Erklärung von 1934.

Ulle Hees wurde unter anderem für ihren Humor geliebt

Die Plastik zeigt eine ziemlich große Menge Menschen, die sich auf dem Sockel drängt. Die Menge besteht aus zwei Gruppen. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die die Arme wie zum Hitler-Gruß ausstrecken, auf der anderen diejenigen mit aufgeschlagenem Buch. Die einen orientieren sich an Parolen, die anderen an der Heiligen Schrift. Eben die „Ja-Sager“ und die „Nein-Sager“. Ein anderes Mahnmal ist „Das Urteil“ am Landgericht. Es erinnert an die „Wuppertaler Gewerkschaftsprozesse“ während der NS-Zeit.

Ulle Hees zählte zu den Künstlern der Stadt, die von vielen Menschen geliebt wurde. Das lag auch an ihrem Humor. Sie konnte sich köstlich darüber amüsieren, dass das Hinterteil von Mina Knallenfalls so herrlich glänzte, weil Passanten ihn immer wieder tätschelten. Und das wird wohl auch noch über Generationen Tradition haben.

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