René Metz ist ein Beispiel für gelungene Inklusion und jetzt auch Lehrling des Monats Mai.

René Metz ist ein Beispiel für gelungene Inklusion und jetzt auch Lehrling des Monats Mai.
René Metz freute sich ebenso über die Auszeichnung wie sein Ausbilder Detlev Grosser.

René Metz freute sich ebenso über die Auszeichnung wie sein Ausbilder Detlev Grosser.

Stefan Fries

René Metz freute sich ebenso über die Auszeichnung wie sein Ausbilder Detlev Grosser.

Alexander Konrad von der Handwerkskammer Düsseldorf hat gestern Mittag in den Räumen des Malergeschäftes Conrad in Vohwinkel den Auszubildenden René Metz als „Lehrling des Monats Mai 2017“ mit einer Urkunde ausgezeichnet.

„Respekt Herr Metz, Sie packen Ihr Leben an. Aber sie haben auch einen verdammt guten Betrieb erwischt“, gratulierte ihm auch der Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Solingen-Wuppertal Arnd Krüger. Metz‘ Chef, den Malermeister Andreas Conrad, der seit 2002 Kreislehrlingswart ist, bezeichnete Krüger als „eine der Ikonen unserer Ausbildungslandschaften“.

René Metz (25) musste in seinem Leben erheblichen Hindernissen trotzen und hatte keinen leichten Einstieg ins Berufsleben. Eine Erkrankung hatte einen Hörverständnis-Schaden und eine nachhaltige Lernbehinderung ausgelöst. „Mathe ist mein Problem“, bekennt der freundliche junge Mann mit Förderschulabschluss. „Ich kann ihm nur eine Aufgabe stellen, aber die macht er sorgfältig, kümmert sich“, lobt ihn sein Chef, der gleich nach dem Kennenlernen überzeugt war, dass René Metz ausbildungsfähig ist. Das sahen andere erst deutlich später, so dass der Handwerksmeister die Sache zunächst allein in die Hand nahm. Später kam dann eine Eingliederungs-Qualifizierung dazu. „Eine Auszeichnung zu bekommen, das ist ein Supergefühl“, sagte René Metz, der noch eine Ice-Watch mit Handwerkerlogo zur Urkunde dazu bekam.

Metz motiviert und leitet die Praktikanten an

Zur Ehrung war auch Oberbürgermeister Andreas Mucke gekommen. „Das ist ein guter Anlass und ich habe Respekt vor der Leistung des Lehrlings und des Malerbetriebes. Denn wir brauchen Nachwuchs im Handwerk. Das ist Inklusion ganz praktisch. Ich unterstütze es als Stadt und ganz persönlich“, betonte der OB, der selbst aus einer Handwerkerfamilie kommt und deutlich machte, dass es darauf ankommt gut zu arbeiten und vernünftig mit den Kunden umzugehen. „Und das können Sie ja“, lobte er den jungen Mann.

Kammerpräsident Andreas Ehlert machte deutlich, dass die Auswahlkriterien für den „Lehrling des Monats“ eine besondere Handfertigkeit, Leistungs- und Verantwortungsbereitschaft sind. „Aber wir würdigen auch – wie im heutigen Fall – wenn jemand trotz eines Handicaps eine Ausbildung beginnen kann und diese dann meistert.“ Er bescheinigte René Metz, dass er erhebliche Widerstände überbrücken musste: „Aber wir sind alle ein Handwerk, eine Familie.“ Ihn habe beeindruckt, dass René Metz im Betrieb schon in die Ein- und Unterweisung von Praktikanten einbezogen wird, weil er sich auskennt und das sehr geschickt macht. „Sie haben mir erzählt, dass Sie schnell erkennen, wie die Jugendlichen drauf sind, ob sie sich was zeigen lassen oder nicht. Und dass Sie sie auch motivieren können. Das hat mich beeindruckt, weil es Reife und Selbstbewusstsein ausdrückt“, fasste es der Kammerpräsident zusammen.

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