Mozart, Jazz und Kunst erwartete die Gäste am Samstag.

Die Ensemble-Mitglieder Dorothea Brandt,Thomas Schobert, Boris Leisenheimer und Thomas Laske (v.l.n.r.) sangen Arien aus Mozarts „Zauberflöte“.
Die Ensemble-Mitglieder Dorothea Brandt,Thomas Schobert, Boris Leisenheimer und Thomas Laske (v.l.n.r.) sangen Arien aus Mozarts „Zauberflöte“.

Die Ensemble-Mitglieder Dorothea Brandt,Thomas Schobert, Boris Leisenheimer und Thomas Laske (v.l.n.r.) sangen Arien aus Mozarts „Zauberflöte“.

Andreas Fischer

Die Ensemble-Mitglieder Dorothea Brandt,Thomas Schobert, Boris Leisenheimer und Thomas Laske (v.l.n.r.) sangen Arien aus Mozarts „Zauberflöte“.

Wuppertal. Als um Mitternacht die Veranstaltung beendet war, guckten der Löwenanteil der Gäste mit höchst zufriedenen Gesichtern aus den feinen Roben. Sie alle hatten im Opernhaus einen unterhaltsamen Abend verlebt, der, aufgeteilt in einen klassischen und einen Boulevard-Teil, alle Genres abdeckte, sodass jedem etwas geboten wurde.

Dabei war die vollmundig als "das gesellschaftliche Ereignis des Jahres” apostrophierte Operngala mit einer Panne gestartet: Beginn war 30 Minuten später als ursprünglich angekündigt. Ob das daran lag, dass Evan Christ, der das Sinfonieorchester Wuppertal leitete, nicht früher aus Cottbus anreisen konnte, oder an den vielen Besuchern - das Opernhaus war ausverkauft - die sich im neuen Haus auf Platzsuche begaben, blieb ungeklärt. Jedenfalls konnte Katja Burkard, sonst für RTL als Ansagerin tätig, die Ouvertüre der "Zauberflöte” (ein Lied, so bekannt wie die deutsche Nationalhymne”) erst Punkt acht ankündigen.

Dann ging es Schlag auf Schlag: Oberbürgermeister Peter Jung durfte sich über die "dritte Geburt des Traditionhauses” freuen und Enno Schaarwächter, Finanzchef der Bühnen, bat, man möge doch "so oft wie möglich” ins frisch sanierte Haus finden. Die Frage, was er sich von einer guten Fee wünschte, beantwortete der designierte Opernintendant Johannes Weigand mit "Geld, Geld und Glück”.

Dazwischen sang Bariton Thomas Laske die Arie des Papageno "Der Vogelfänger bin ich ja”, erzählte mit unüberhörbar schwäbischem Akzent von seinen zehn Jahren im Ensemble und der glücklichen Beziehung zur Soloflötistin der Sinfoniker Ehefrau Catherina Laske-Trier. Tenor Dominik Wortig, Bass Thomas Schobert und Sopranistin Dorothea Brandt sangen weitere Arien aus Mozarts "Zauberflöte” (deren Premiere am kommenden Samstag längst ausverkauft ist) und dann war auch schon Pause.

Sage und schreibe 75 Minuten lang hatten die Zuhörer Zeit und Muße, einerseits durchs im neuen Glanz erstrahlende Haus zu spazieren, sich an kleinen Leckereien vom Buffet wie Glasnudelsalt mit Huhn oder Farfalle mit Gemüse zu erfreuen oder Dorothea Brandt aufs Neue zu lauschen. Sie zeigte ihre schmissige Seite und sang, begleitet von Ulrich Rasch, Jazz-Klassiker.

Andere wie Bernd Bigge erforschten zusammen mit Freunden auf einer exklusiven Tour quasi den Bauch des Theaters und wagten einen Blick hinter die Kulissen, wo Katja Burkard von ihrem ersten Besuch im Fußballstadion (Köln gegen Bayern) berichtete, die wunderbare Ingeborg Wolff auf ihren Auftritt als Hildegard Knef wartete und der sie begleitende Pianist Stefan Leibold seine Mähne mit Gel bändigte.

Bis zur Blauen Stunde gab es dann Equilibristik mit Roxanne, Magier Alexander Merk zauberte und dass Tenor Alexander Gero zum Abschluss "Nessun dorma” (keiner schlafe!) forderte, war Motto: nur weil das Bühnenprogramm beendet war, war noch nicht Feierabend. Hans-Peter Nacke übergab Drucke von Wolfgang Schmitz Opernhaus-Grafiken, Uli Rasch und Trio spielten Jazz im Foyer und Interessierte durften durchs Opernhaus wandeln.

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