Jonas leidet unter einer angeborenen Muskelschwäche. Ein Assistenzhund soll den Zehnjährigen nun das Leben erleichtern. Mit einer Spendenaktion soll das nötige Geld besorgt werden.

Der Zehnjährige leidet unter einer Muskelschwäche. Ein Assistenzhund soll ihm das Leben erleichtern.
Jonas (10) und Testhund Anouk. Jonas hofft, dass bald Anouks Tochter Destiny seine dauerhafte Begleiterin wird.

Jonas (10) und Testhund Anouk. Jonas hofft, dass bald Anouks Tochter Destiny seine dauerhafte Begleiterin wird.

Anna Schwartz

Jonas (10) und Testhund Anouk. Jonas hofft, dass bald Anouks Tochter Destiny seine dauerhafte Begleiterin wird.

Wuppertal. Jonas ist ein aufgeweckter fröhlicher Zehnjähriger, der die Gesamtschule Barmen besucht. Was ihn von seinen Klassenkameraden und Altersgenossen unterscheidet, ist eine angeborene Muskelschwäche, die lediglich einen von 150 000 Menschen befällt. Durch sie ist er überwiegend auf einen Rollstuhl angewiesen. Den bedient er zwar virtuos, doch er weiß, dass sich seine Krankheit im Laufe der Jahre nicht etwa bessert, sondern weiter verschlechtert.

„Muskel-Dystrophie heißt meine Krankheit“, erklärt der pfiffige Junge sein Leiden, bei dem auch ärztliche Hilfe an ihre Grenzen stößt. „Diese Muskelkrankheit ist degenerativ, das heißt, dass die Muskeln immer mehr zerfallen und Jonas in der Zukunft zunehmend auf fremde Hilfe angewiesen sein wird“, erklärt seine alleinerziehende Mutter Jessica Wieser. Sie hat miterlebt, wie die Armmuskulatur ihres Sohnes im Laufe der vergangenen Jahre so schwach geworden ist, dass er seit dem Sommer einen Elektrorollstuhl benötigt.

Um dem Jungen zu ermöglichen, zum Beispiel selbstständig die Parterrewohnung in Wichlinghausen zu verlassen und am Leben draußen teilzunehmen, wäre ein Assistenzhund eine große Hilfe, sagt seine Mutter. Ein solcher Hund soll nach rund zweijähriger Ausbildung in der Lage sein, Jonas zu begleiten, ihm zum Beispiel auch den Kühlschrank zu öffnen oder heruntergefallene Gegenstände wie Geld, Brille oder Schlüssel aufzuheben.

Bislang sind die hohen Kosten noch eine Hürde für die Familie

Hunde dieser Art werden zum Beispiel in der Nähe von Rostock in einem Hundezentrum speziell für ihre Einsätze im Dienst kranker Menschen geschult – dort haben sich Jonas und seine Mutter bereits in eine Freundin fürs Leben verguckt: „Destiny“ heißt die fünf Monate alte Labrador-Hündin, deren Mutter Anouk als Therapiehündin im Einsatz und derzeit bei Jonas und Jessica Wieser zu Besuch ist. „Destiny durchläuft eine zweijährige Ausbildung und wäre nach diversen Tests dann in der Lage, Jonas zu begleiten“, erklärt Hunde-Trainer Ulrich Zander.

Doch ein so hoch qualifizierter Freund und Helfer hat seinen Preis: „25 000 Euro kostet ein solcher Hund“, sagt Jessica Wieser. Wegen der ständigen Bereitschaft für ihren Sohn ist sie nur stundenweise als Erzieherin bei der Diakonie tätig. Eine solche Summe stellt für sie ein schier unüberwindliches Hindernis dar.

Deshalb will sie eine Spendenaktion ins Leben rufen – die soll nicht nur Jonas zu einem Assistenzhund verhelfen, sondern gleichzeitig auch auf die wichtige Arbeit von Assistenz- und Therapiehunden aufmerksam machen. Wer sie unterstützen möchte, ruft an unter Tel.: 270 24 73 oder mailt ihr an jessi.w@unitybox.de.

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