Wuppertals neuer OB hat sein Büro renovieren lassen – und beinahe Geschichte ausrangiert.

Wuppertals neuer Oberbürgermeister Andreas Mucke hat den ersten Ärger im Amt – und das mit seiner eigenen Partei. Ein ehemaliger Ratsherr kämpft um das Möbelstück, an dem einst Johannes Rau saß.
Matthias Nocke an seinem neuem Schreibtisch.

Matthias Nocke an seinem neuem Schreibtisch.

Archiv Kurt Keil/Mathias Kehren

Matthias Nocke an seinem neuem Schreibtisch.

Wuppertal. Neuer Mann, neues Büro, neue Möbel. Das ist nicht ungewöhnlich, wenn die Person auf dem Posten nach elf Jahren wechselt. Deshalb war es zunächst auch nichts Besonderes, dass Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) kurz nach seiner Wahl verkündete, den alten Mief aus dem Amtszimmer zu verbannen. Heller, moderner, mit einer Spielecke für die Kinder der Eltern, die den OB im Rathaus besuchen würden. Also raus mit dem alten Perser, fort mit dem alten, überdimensionalen Schreibtisch.

Während der in Wahrheit womöglich ziemlich wertvolle Teppich weithin noch als verzichtbar erachtet wurde, regte sich beim Schreibtisch Widerstand in der eigenen Partei. Ein Genosse argwöhnte, Mucke habe kein Traditionsbewusstsein. An dem riesigen Schreibtisch hätten Oberbürgermeister wie Hermann Herberts, Gottfried Gurland, Ursula Kraus und auch Johannes Rau gearbeitet.

Aber da war der Schreibtisch schon weg. Der Kulturdezernent hatte ihn sich gesichert. Matthias Nocke ist zwar Christdemokrat, aber sein Geschichtsbewusstsein umfasst auch die Verdienste von Genossen. Außerdem saß auch Heinz Frowein an dem Möbel. Und der war CDU.

Wie auch immer. Allzu lange kann Nocke sich an dem geschichtsträchtigen Schreibtisch nicht erfreuen. Sein neuer Chef hat bereits angekündigt, dass der Arbeitsplatz andernorts aufgebaut werden soll. Vielleicht an einem Ort, an dem ihn alle sehen können. Es ist ja schließlich nicht irgendein Möbelstück. ll

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