Seit Montag ist Markus Röhrl auch offiziell Leiter der Kreispolizeibehörde für Solingen, Remscheid und Wuppertal.

Seit Montag ist Markus Röhrl auch offiziell Leiter der Kreispolizeibehörde für Solingen, Remscheid und Wuppertal.
Markus Röhrl (l.) wurde von Innenminister Herbert Reul (CDU) als Nachfolger von Birgitta Radermacher vorgestellt.

Markus Röhrl (l.) wurde von Innenminister Herbert Reul (CDU) als Nachfolger von Birgitta Radermacher vorgestellt.

Anna Schwartz

Markus Röhrl (l.) wurde von Innenminister Herbert Reul (CDU) als Nachfolger von Birgitta Radermacher vorgestellt.

Mit Lob und guten Wünschen von allen Seiten ist Markus Röhrl am Montag offiziell in sein Amt als Leiter der Kreispolizeibehörde Wuppertal, Solingen Remscheid eingeführt worden. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) bedachte den Nachfolger von Birgitta Radermacher mit reichlich Vorschusslorbeeren. „Markus Röhrl hat den Ruf eines Machers“, sagte Reul.

Der Innenminister belegte das mit Stationen aus dem Lebensweg des neuen Polizeipräsidenten. Röhrl ist Jurist und Rechtsanwalt. Außerdem hat er den Polizeiberuf von der Pike auf gelernt. Streifendienst in Köln, der Aufbau des Kompetenzzentrums gegen Internetkriminalität, Leiter einer Polizeiinspektion, Arbeit im Innenministerium und in Brüssel – Röhrl ist herumgekommen in seinem Berufsleben.

Röhrl übernimmt Radermachers Herausforderungen

„Er hat einmal zu mir gesagt, sein größter Traum sei es, irgendwann einmal irgendwo Polizeipräsident zu sein“, erzählte Reul. „Dass das dann so schnell gehen würde, damit haben wir nicht gerechnet.“ Er freue sich, dass Röhrl dem Ruf des Innenministers gefolgt sei.

Durch seinen Lebenslauf ist Markus Röhrl ein für NRW-Verhältnisse ungewöhnlicher Polizeipräsident. Es ist nicht die Regel, dass ein waschechter Polizist an der Spitze einer solchen Behörde steht. Seine Vorgängerin im Amt, Birgitta Radermacher, ist zwar von Hause aus auch Rechtsanwältin. Von Polizei verstand sie nach eigenem Bekunden allerdings nichts, als sie am 1. April 2010 das Präsidium an der Friedrich-Engels-Allee in Wuppertal betrat. „Ich war überfordert“, sagte sie am Montag, nachdem der Innenminister sie offiziell verabschiedet hatte.

Radermacher scheint es schnell gelungen zu sein, alle Wissenslücken zu schließen und die Polizeibehörde verstehen zu lernen. Dass sie dabei fachkundige Hilfe hatte, verschwieg die heutige Präsidentin des Regierungsbezirkes Düsseldorf freilich nicht. Sie dankte ihren Wegbegleitern im Großen Saal des Präsidiums und wünschte ihren Nachfolger eine „glückliche Hand und Gottes Segen“.

Die wird Markus Röhrl brauchen. Denn die Herausforderungen für Radermacher werden in Zukunft seine sein. Zum Personalmangel auch in der Bergischen Polizeibehörde gesellen sich eine penetrante Rechte Szene, auch Islamisten fühlen sich im Bergischen Städtedreieck wohl, und linke Chaoten haben eine lange Tradition in Wuppertal. Birgitta Radermacher hat den „rechtsextremen Kern weichgekocht“ wie Reul sagte. Aber ganz verschwunden sind auch diese Extremisten nicht. In seiner Rede erinnerte Oberbürgermeister Andreas Mucke an Ausschreitungen Rechter am Wochenende in Dortmund.

In Wuppertal werden solche Schläger in Zukunft Bekanntschaft mit Röhrl machen. Sie treffen dabei auf einen Polizisten mit Leib und Seele, der es bedauert, als Behördenleiter seinen Dienstausweis abgeben zu müssen und nicht mehr die Uniform der NRW-Polizei tragen zu dürfen, auf die er so stolz sei.

Polizist wird dieser Präsident dennoch sein. An dieser Botschaft an Bürger, aber auch an große und kleine Kriminelle ließ er keinen Zweifel.

Ebenso deutlich machte Röhrl seinen Wunsch, dass Innenminister Reul sich beim Bau- und Liegenschaftsbetrieb des Landes dafür einsetzen möge, dass die Frage Neubau für die Bereitschaftspolizei an der Parkstraße in Ronsdorf oder Sanierung der Gebäude an der Müngstener Straße nun bald entschieden werde. Er selbst favorisiere die Sanierung der bestehenden Gebäude auf Lichtscheid.

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