Daniela Ebeling hat sich mit dem Café Elias in einem alten Schieferhaus einen Traum erfüllt.

Daniela Ebeling hat sich auf den ersten Blick in die alte Treppe verliebt.
Daniela Ebeling hat sich auf den ersten Blick in die alte Treppe verliebt.

Daniela Ebeling hat sich auf den ersten Blick in die alte Treppe verliebt.

Daniela Ebeling fühlt sich im denkmalgeschützten Schieferhaus, das erstmals um 1850 erwähnt wurde, wohl. Die Ronsdorfer kommen gerne in ihr Café. Fotos (2): Stefan Fries

Bild 1 von 2

Daniela Ebeling hat sich auf den ersten Blick in die alte Treppe verliebt.

Ronsdorf. Hinter der historischen Holztür mit der großen Glasscheibe empfängt ein süßer Duft nach frisch gebackenem Kuchen die Gäste. Daniela Ebeling balanciert geschickt ein Tablet mit Milchkaffee und Gebäck zu einem der schlichten Holztische. Die Ronsdorferin hat sich mit dem Café Elias einen Traum erfüllt. „Meine Freundin und ich haben schon längere Zeit mit dieser Idee herumgesponnen. Als es bei mir einen beruflichen Umbruch gab, war es der richtige Zeitpunkt“, berichtet die gelernte Industriekauffrau. Gezielt suchte sie nach einer geeigneten Immobilie und fand das Bergische Schieferhaus an der Elias-Eller-Straße. „Nach einem Gespräch mit der bisherigen Eigentümerin, war ich mir ziemlich sicher, dass es genau das Richtige ist“, beichtet Daniela Ebeling. Gemeinsam mit ihrem Mann, den heutigen Mietern und vielen freiwilligen Helfern begann sie mit der Sanierung. „An manchen Wochenenden waren bis zu 20 Leute hier und haben mitangepackt.“ Die Fensterrahmen bekamen einen neuen Schliff, die Wände einen frischen Anstrich und die Holzdielen eine Generalüberholung. „Mit dem Denkmalamt haben wir sehr gut zusammen gearbeitet. Beim Ausgang nach draußen waren Stil und Farbe der Flügeltüren zwar vorgegeben, aber wir haben alles genehmigt bekommen.“

Detlef Ebeling hat der eindrucksvolle Giebel fasziniert. Der Ronsdorfer hat sich auch mit der wechselvollen Geschichte des Hauses beschäftigt. „Es muss eines der ersten hier gewesen sein. Es ist um 1850 erstmals erwähnt.“ Zwei Stolpersteine vor der Schwelle erinnern an die Familie Löwenthal und das dunkelste Kapitel des Gebäudes. „In den 30er Jahren dienten die größten Häuser in jüdischem Besitz als Sammelstellen vor dem Abtransport. Bis zu 17 Familien sollen damals hier gewohnt haben“, berichtet Detlef Ebeling. Seit den 50er Jahren war das kleine Ladenlokal mal ein Frisiersalon, mal eine Parfümerie, später ein Eine-Welt-Laden und zuletzt ein Computer-Geschäft.

Die Wohnungen im Obergeschoss sind ebenfalls renoviert und haben neue Bewohner bekommen. „Ganz oben ist eine Mädchen-WG eingezogen, auf der einen Seite wohnt ein Student und auf der anderen Faraj.“ Den gebürtigen Syrer hatte die Familie im vergangenen Jahr bei sich aufgenommen. „Er hat an seiner Wohnung selbst mitgeplant. Inzwischen spricht er richtig gut deutsch und beeindruckt mich damit immer wieder“, sagt seine erste Lehrerin. Noch geht er zur Schule, doch er hat bereits ein Praktikum bei einem örtlichen Elektriker in Aussicht, an das sich eine Lehre anschließen soll. „Er ist voll integriert und hat ein sehr herzliches Verhältnis zu der bisherigen Hausbesitzerin, die ebenfalls hier wohnt. Sie war von der Idee mit dem Café begeistert“, berichtet Daniela Ebeling.

Sie wollte einen Ort schaffen, an dem die Menschen sich wohl fühlen. Das scheint gelungen. „Es ist sehr schön und nostalgisch. Das gefällt uns gut“, sagt Hannelore Wüster. „Wir kommen sicher wieder“, ergänzt Dieter Petzold, der mit ihr am Kaffeetisch sitzt. „Das ist einzigartig. So etwas hat hier in Ronsdorf gefehlt“, sagt Salvina Vecchie. Das höre sie oft, berichtet Daniela Ebeling. Sie spürt, dass die Menschen sich in den Räumen mit Vergangenheit wohl fühlen. „Lange habe ich mir einen Ort gewünscht, wo die Leute zur Ruhe kommen, wo Freunde und Bekannte einfach mal zu einem Kaffee einkehren. Doch in einem Privathaus traut sich das niemand“, erzählt die Ronsdorferin. Gemeinsam mit ihrer Freundin kocht und backt sie selbst. „Schon als Kind habe ich Café gespielt und probiere heute gerne neue Rezepte aus“, sagt Antje Engelhardt. Sie hat es noch keine Sekunde bereut, ihren Beruf als Physiotherapeutin aufgegeben zu haben. „Ich genieße den Kontakt zu den Menschen und verwöhne gerne jemanden. Das macht sehr viel Spaß.“

Das Mobiliar hat sich nach und nach selbst in der Nummer 19 eingefunden. „Zwei Tische standen bei einer Freundin auf dem Dachboden, der Kronleuchter ist eine Dauerleihgabe und die Theke hat uns spontan eine Nachbarin angeboten. Es hat sich alles wunderbar zusammengefügt.“

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer