Die Wuppertaler Studentin Valerie Hindenburg will sich neu orientieren – die Theorie des Studiums reicht der 24-Jährigen nicht aus.

Die Wuppertaler Studentin Valerie Hindenburg will sich neu orientieren – und dazu einen Freiwilligendienst in Afrika leisten.
Valerie Hindenburg wollte unbedingt in ein Land, in dem Französisch gesprochen wird – jetzt ist Togo ihr Ziel.

Valerie Hindenburg wollte unbedingt in ein Land, in dem Französisch gesprochen wird – jetzt ist Togo ihr Ziel.

Valerie Hindenburg (r.) wollte unbedingt in ein Land, in dem Französisch gesprochen wird – jetzt ist Togo ihr Ziel.

Valerie Hindenburg (r.) wollte unbedingt in ein Land, in dem Französisch gesprochen wird – jetzt ist Togo ihr Ziel.

dpa (2)/Anna Schwartz, Bild 1 von 3

Valerie Hindenburg wollte unbedingt in ein Land, in dem Französisch gesprochen wird – jetzt ist Togo ihr Ziel.

Wuppertal. „Ich bin mit der Perspektive ins Studium gestartet, Lehrerin werden zu wollen – jetzt bin ich mir aber nicht mehr so ganz sicher“, sagt Valerie Hindenburg (24). Die Studentin der Bergischen Universität steht kurz vor dem Abschluss ihres Bachelors in den Fächern Erziehungswissenschaften, Französisch und Geschichte – doch die Theorie reicht der 24-Jährigen nicht mehr. „Ich möchte mich neu orientieren und Erfahrungen sammeln, bevor ich mich festlege und mit dem Master beginne.“

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Über den ICJA Freiwilligenaustausch weltweit reist Valerie im August dieses Jahres für ein Jahr nach Togo – wenn sie bis dahin die benötigte Fördersumme zusammen hat. Knapp ein Jahr ist es her, dass sich Valerie Hindenburg für den Freiwilligendienst beworben hat. Es folgte ein Auswahlverfahren inklusive Kennenlernen und Informationsveranstaltung. „Sämtliche Bewerber wurden noch einmal eingeladen. Wir bekamen die Möglichkeit, mit Mitarbeitern der Organisation zu sprechen. Außerdem berichteten ehemalige Freiwillige von ihren Erfahrungen im Ausland. Da habe ich interessante Tipps bekommen“, erinnert sich die 24-Jährige.

„Ich bin mir sicher, dass ich durch den Freiwilligendienst nicht die Welt verändern werde. Das wäre zu idealistisch gedacht.“

Valerie Hindenburg

Nach einem Interview mit der Lehramtsstudentin und einer Art Vorstellungsgespräch, in dem Valerie über ihre Motivation Gutes tun zu wollen berichtete, ging alles ganz schnell. Bereits im Januar lag die Zusage des ICJA-Vereins auf ihrem Schreibtisch im Studentenwohnheim an der Max-Horkheimer-Straße. Doch wohin wollte Valerie reisen, um dort zu helfen? „Ich wollte unbedingt in ein Land, in dem Französisch gesprochen wird“, sagt sie. Dabei stand Afrika bei der 24-Jährigen ganz hoch im Kurs: „Ich glaube, dass das ein ganz spannender Kontinent ist. Viele wissen gar nichts darüber. Und Togo hatte die interessantesten Projekte.“

Da es in diesem Jahr einen großen Ansturm auf Südamerika gegeben habe, waren die Chancen, nach Togo gehen zu dürfen, umso größer. Die Zusage folgte schnell. Valerie Hindenburg: „Natürlich möchte ich mich von ganzem Herzen engagieren. Ich bin mir aber auch sicher, dass ich durch den Freiwilligendienst nicht die Welt verändern werde. Das wäre zu idealistisch gedacht. Mir geht es um andere Werte wie Toleranz, Entwicklung, Friedensarbeit.“

Durch den kulturellen Austausch hoffe sie selbst auf neue Perspektiven und dadurch auf Horizonterweiterung. „Viele Missverständnisse, die wir heutzutage haben, basieren darauf, dass man dem anderen nicht richtig zuhört oder den anderen nicht richtig kennt. Das gilt auch kulturübergreifend.“ Darum möchte die 24-Jährige am liebsten mehrere kleine Projekte in Togo betreuen, die über den Schutz von Kinder- und Frauenrechten bis zur Förderung der Landwirtschaft und Umweltschutz reichen.

3000 Euro muss sie bis Mitte Juli zusammen haben

Aktuell bereitet sie sich auf das Abenteuer Togo in Wuppertal vor. Visum, Impfungen, letzte Hausarbeiten und Prüfungen an der Uni: „Zeit für einen Nebenjob habe ich nicht. Das ist ein Problem“, sagt sie, denn der ICJA Freiwilligenaustausch wird zu 75 Prozent über „weltwärts“, dem Freiwilligendienst des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, gefördert. „Die restlichen 25 Prozent tragen die Bewerber. Darum müssen wir einen Förderkreis aufbauen und Spenden sammeln.“

Das bedeutet im Klartext: Bis Mitte Juli muss Valerie Hindenburg 3000 Euro gesammelt und auf ihrem Spendenkonto nachweisen. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass das unglaublich schwierig ist. Viele finden mein Vorhaben positiv, möchten aber nicht spenden.“ Darum ist die 24-Jährige derzeit mit Spendenbriefen aktiv, in der Hoffnung selbst unterstützt zu werden.

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