Der unterfinanzierte Bühnenbetrieb und die Suche nach Auswegen.

Beim Musical "Cabaret" stimmen die Besucherzahlen.
Beim Musical "Cabaret" stimmen die Besucherzahlen.

Beim Musical "Cabaret" stimmen die Besucherzahlen.

Andreas Fischer

Beim Musical "Cabaret" stimmen die Besucherzahlen.

Wuppertal. Tausende Wuppertaler setzen sich für den Erhalt des Schauspielshauses als Spielstätte für das Theater ein. Wären die Wuppertaler ebenso engagierte Theatergänger, hätten die Bühnen ein Problem weniger. Leere Ränge sind, abgesehen von den Premieren, eher die Regel als die Ausnahme - trotz moderater Eintrittspreise. Das macht ein Theater zu einem nicht unerheblichen Zuschussbetrieb - nicht nur in Wuppertal. Nach einer Erhebung der Landesregierung auf eine Große Anfrage der SPD im Landtag subventionieren alle Nordrhein-Westfalen jeden einzelnen Theaterbesucher im Schnitt mit mehr als 100 Euro.

In Wuppertal musste in den zurückliegenden Jahren für jede verkaufte Theaterkarte noch einmal 135 bis 150 Euro öffentliches Geld draufgelegt werden. Dabei handelt es sich allein um den städtischen Zuschuss. Hinzu kommen noch einmal insgesamt rund 400 000 Euro Landeszuschuss pro Jahr - und das bei zuletzt etwa 80 000 Zuschauern in einer Saison.
Neu ist das alles nicht, aber die Diskussion gewinnt an Schärfe angesichts der drohenden Überschuldung der Stadt. Als jetzt der Steuerzahlerbund die Vergleichzahlen der subventionierten NRW-Bühnen veröffentlichte, musste auch Joos Diedrich stutzen

Fusionen: Wuppertaler sind gebrannte Kinder

Der Wuppertaler ist alles andere als ein Theatermuffel. Er besitzt sogar ein Abo der Wuppertaler Bühnen und besucht regelmäßig auch andere Theater. Natürlich würde er das Schauspielhaus liebend gern als Spielstätte erhalten, weiß aber auch: "Wirtschaftlich ist das eigentlich nicht mehr vertretbar."

Er kann die Forderung nach Theaterfusionen nur unterstützen, "um Geld zu sparen, ohne auf Kultur verzichten zu müssen". In Mönchengladbach und Krefeld funktioniert das schon lange. Auch für Enno Schaarwächter, Geschäftsführer der Wuppertaler Bühnen, sind Theaterehen "ein großes Thema". Doch die Wuppertaler sind gebrannte Kinder. Ihr Bündnis mit Gelsenkirchen scheiterte grandios. Seit fünf Jahren gibt es eine Kooperation mit Remscheid und Solingen, die aber zunächst der Reduzierung der Spielstätten in Wuppertal geschuldet ist. Ein gemeinsamer bergischen Orchester- und Theaterbetrieb, wie ihn sich Kämmerer Johannes Slawig und der frühere Theater-Intendant Gerd-Leo Kuck vorstellen können, wird nicht angegangen.

"Auch Fusionen kosten Geld", warnt Opern-Intendant Johannes Weigand. Er vertritt jene Sparte bei den Bühnen, die alles andere als massentauglich ist und ist davon überzeugt: "Ein Ensemble lebt in einer Stadt und für eine Stadt." Es gehöre quasi zum kommunalen Allgemeingut.

Wirtschaftlich kann so etwas nicht sein. Auch wenn Weigand den Wuppertaler Zuschuss als vergleichsweise moderat ansieht, ist ihm klar, dass weiter gespart wird, nur: "Wir in Wuppertal sind schon sehr schlank."
 



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