Ein Info-Pavillon als Anlaufstelle für alle Interessierten – das Engelshaus soll spätestens zum 200. Geburtstag des Revolutionärs öffnen.

Ein Info-Pavillon als Anlaufstelle für alle Interessierten – das Engelshaus soll spätestens zum 200. Geburtstag des Revolutionärs öffnen.
Am Montag wurde der Container geliefert und aufgebaut (l). Blick auf den Pavillon mit seinen roten Einfassungen (r).

Am Montag wurde der Container geliefert und aufgebaut (l). Blick auf den Pavillon mit seinen roten Einfassungen (r).

Am Montag wurde der Container geliefert und aufgebaut (l). Blick auf den Pavillon mit seinen roten Einfassungen (r).

Anna Schwartz/Stadt Wuppertal, Bild 1 von 2

Am Montag wurde der Container geliefert und aufgebaut (l). Blick auf den Pavillon mit seinen roten Einfassungen (r).

Das Historische Zentrum (HZW) ist um ein, wenn auch provisorisches, Gebäude reicher. Während das Engelshaus geschlossen ist und der Glasbau – das künftige Besucherzentrum „Ankerpunkt China NRW“, der die Verbindung zum Museum für Frühindustrialisierung herstellen soll – geplant wird, wurde diese Woche ein Pavillon aufgestellt. Er soll beide vertreten, bis sie einsatzbereit sind. „Deadline“ ist der 200-jährige Geburtstag Friedrich Engels am 28. November 2020. Bauarbeiten und Planungen zum Engels-Jubiläumsjahr beschäftigen auch den Kulturausschuss am nächsten Mittwoch. Kulturdezernent Matthias Nocke stellt gerade die Sitzungsvorlagen fertig.

Einweihung im Januar mit dem Oberbürgermeister

Etwa 14,5 Meter lang und knapp sechs Meter tief ist der weiß-rote Container, der parallel zur B 7 ausgerichtet wurde. Die rote Farbe wurde auf Wunsch Wuppertals angebracht, da sie gut zum kommunistischen Revolutionär Engels passe. Michael Neumann, Produktmanager beim Gebäudemanagement (GMW), erklärt: „Der Container wurde für 1 300 Euro im Monat von einem Unternehmen in Geseke gemietet.“ Am Montag wurde er geliefert, derzeit werden noch Anpassungsarbeiten wie der barrierefreie Zugang erledigt. Anschließend soll das Äußere noch aufgehübscht werden, wozu laut HZW Banner mit Informationen in drei Sprachen gehören.

Aufgaben des Behelfsgebäudes: Es soll „Anlaufstelle und Ausgangspunkt für alle sein, die sich für Engels interessieren“, sagt Nocke. Dazu gehört, dass hier Führungen zu den Baustellen dahinter und in die Stadt starten sollen, wo gerade diejenigen, die bislang wenig Berührung mit der Frühindustrialisierung Wuppertals hatten, mit „Engels unterwegs“ sein können. Weshalb man im Pavillon ganz einfach auch Führungen buchen kann.

Vor allem aber bietet er auf 87 Quadratmetern Informationen über das Historische Zentrum und Engels selbst. Sein Inneres wird nach der Übergabe durch das GMW hergerichtet. „Einziehen“ werden Exponate von und über Engels - die meisten Ausstellungsstücke aus dem Engelshaus bleiben aber eingelagert. Eine feierliche Pavillon-Eröffnung mit dem Oberbürgermeister ist für Januar 2018 vorgesehen.

Bauforschung soll historischen Soll-Zustand ermitteln

Die Bauarbeiten am Historischen Zentrum selbst gerieten immer wieder in die Kritik. Grund: Die Sorge, dass der runde Geburtstag des international gefragten Sohns der Stadt nicht gebührend begangen werde, Besucher vor einer Baustelle stehen müssen. Nicht nur für Nocke steht denn auch fest, dass das seit dem November 2016 geschlossene Engelshaus unbedingt termingerecht öffnen muss.

Nachdem gerade die Zuschüsse für den 9,7 Millionen teuren Glasbau genehmigt wurden (das Land trägt circa 4,6 Millionen), wird dieser jetzt geplant, die eigentlichen Bauarbeiten, so Neumann, beginnen dann im Herbst 2018. Im Engelshaus wurden bislang umfangreiche Bauforschungsarbeiten durchgeführt, um herauszufinden, in welchen historischen Zustand das vielfach veränderte Gebäude versetzt werden soll. Neumann zum Stand: „Die Gutachten liegen vor, werden jetzt ausgewertet. Im nächsten Jahr wird geplant. Die Bauarbeiten sollen in der zweiten Jahreshälfte starten. Die Kosten müssen noch ermittelt werden. Das GMW, so Neumann, halte 2,5 Millionen Euro vor, die reichen sollten.

Bei den Aktivitäten rund ums Jubiläum wird sicherlich ein Projektkoordinator eine zentrale Rolle spielen, der im Kulturausschuss nächste Woche vorgestellt werden soll.

Leserkommentare (1)


() Registrierte Nutzer