Von Theater bis Plätzchenbacken: Im Dezember gibt es jeden Tag eine Aktion für den Stadtteil.

Von Theater bis Plätzchenbacken: Im Dezember gibt es jeden Tag eine Aktion für den Stadtteil.
Koordinatorin Sabine Nagl am Nachbarschaftsheim Urbanes Gärtnern an der Ewaldstraße, dem „Türchen“ am 19. Dezember.

Koordinatorin Sabine Nagl am Nachbarschaftsheim Urbanes Gärtnern an der Ewaldstraße, dem „Türchen“ am 19. Dezember.

Andreas Fischer

Koordinatorin Sabine Nagl am Nachbarschaftsheim Urbanes Gärtnern an der Ewaldstraße, dem „Türchen“ am 19. Dezember.

Ostersbaum. Der Stadtteil soll in der Vorweihnachtszeit zusammenrücken – das haben sich die Organisatoren des Ostersbaumer Adventskalenders auf die Fahnen geschrieben. Ab Freitag bis zum 23. Dezember gibt es jeden Tag eine Aktion. Von einer Bewegungsbaustelle über kulinarische Veranstaltungen wie einer Marmeladentauschbörse oder Plätzchenbacken bis hin zu Musikdarbietungen – zum Mitmachen natürlich. Den Auftakt macht am 1. Dezember das Theaterstück „Wer Arm und Reich erfunden hat, ist einfach bekloppt!“ Die Kinder des Nachbarschaftsheims und der Grundschule Am Mirker Bach laden dazu um 18 Uhr in den großen Saal des Nachbarschaftsheims ein (siehe Kasten).

Es ist die zweite Auflage des Kalenders, wobei die Premiere im vergangenen Jahr ein echter Schnellschuss war, wie sich Gabi Kamp vom Nachbarschaftsheim am Platz der Republik erinnert. Die Einrichtung hatte sich damals für das Förderprogramm „NRW hält zusammen – für ein Leben ohne Armut und Ausgrenzung“ beworben – und relativ kurzfristig die Zusage bekommen. Für die Planung blieb da wenig Zeit. Das ist in diesem Jahr anders.

Mit den Fördermitteln wird unter anderem eine Projektkoordinatorin finanziert. Ein Aufgabenfeld: der Adventskalender. Sabine Nagl von „Kopp auf“, der Wuppertaler Initiative für Nachhaltigkeit, hat die Ideen gesammelt, Kontakte geknüpft und die Termine ausgemacht. Stolz ist sie, dass für jeden Tag Akteure gefunden werden konnten.

Dementsprechend groß ist die Bandbreite. „Das ist uns besonders wichtig“, sagt Nagl. Denn über die verschiedenen Aktionen sollen auch verschiedene Bevölkerungsgruppen zusammenkommen. Auch der Multi-Kulti-Charakter des Stadtteils wird dabei deutlich werden. So macht zum Beispiel der La Famiglia Imbiss mit und lädt am 9. Dezember zur italienischen Advents-Kinder-Tombola ein.

Schön sei auch, betonen Kamp und Nagl, dass sich das Sozialtherapeutische Wohnheim der Bergischen Diakonie Aprath an der Straßburger Straße an der Kalender-Aktion beteiligt. Unter dem Motto „Wir sind wieder da“ präsentiert sich die Einrichtung bei einem kleinen Feuer, weihnachtlicher Musik und Getränken – gut ein halbes Jahr nach der tödlichen Gewalttat dort. „Wir freuen uns, dass sie den Mut aufbringen“, so Kamp und Nagl, die hervorheben, wie integriert das Wohnheim schon vorher im Stadtteil war.

Woran erkennt man heutzutage einen Reichen und woher weiß ich, ob ein Mensch wirklich arm ist? Seit einigen Monaten befassen sich die Kinder des Nachbarschaftsheims und der Grundschule Am Mirker Bach mit diesem Thema. Mit Techniken des Improvisationstheaters und Elementen aus Tanz und Performance unterstützen die Künstlerinnen Chris Strauss und Christiane Obermayr die Kinder in ihrer Beobachtung und Deutung des brisanten Stoffes. Der kindliche Blick auf die Ungleichheit mit all seinen Fragen und Missverständnissen, Vorstellungen und Fantasien bildet die Basis der zwölf Szenen, die am 1. Dezember um 18 Uhr im Großen Saal des Nachbarschaftsheims uraufgeführt werden. Der Eintritt ist frei. Es wird eine Spendenbox für die Kinder-Kantine aufgestellt. 

Jeden Tag gibt es bis zum 23. Dezember eine Aktion oder Veranstaltung im Stadtteil. In der Kneipe Spunk können große und kleine Besucher zum Beispiel am 18. Dezember Pippi-Langstrumpf-Kekse backen.
 

Die einzelnen Aktionen werden jeden Tag im Kalender auf der Elberfeld-Seite in der WZ angekündigt. Eine Übersicht über die verschiedenen Veranstaltungen gibt es außerdem auf der Internetseite des Nachbarschaftsheims unter:
www.nachbarschaftsheim-wuppertal.de
 

Den Abschluss machen übrigens Nagl und „Kopp auf“ selbst. „Ostersbaumer an die Blockflöte“ heißt es am 23. Dezember, wenn das Ladenlokal an der Kieler Straße 18 zur Offenen Bühne wird. „Jeder kann mitmachen“, hebt Nagl hervor. Große Vorkenntnisse oder Können seien gar nicht so wichtig. Der Kalender endet einen Tag vor Weihnachten.

Die Förderung über das Landesprogramm läuft im Februar aus. Kamp hofft allerdings, dass es auch unter der neuen Landesregierung eine Fortsetzung gibt. Schließlich sei im Stadtteil schon einiges passiert, betont sie und verweist auf verschiedene Kunstaktionen oder auch das Kinderparlament am Ostersbaum.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer