Amtsgericht: Weil sie den Unfallschaden ihres Wagens doppelt mit der Versicherung abgerechnet hatten, wurde zwei Wuppertalern (20 und 31) der Prozess gemacht.

Wuppertal. Ein Auto, ein Ex-Liebespaar, zwei Unfälle und jede Menge gegenseitige Anschuldigen - das waren die Zutaten eines Prozesses, der am Amtsgericht verhandelt wurde. Auf der Anklagebank eine junge Frau (20) und ihr Ex-Freund (31) aus Wuppertal. Sie sollen im Frühsommer 2007 mit einem Ford Cougar zwei Unfälle gebaut, den ersten Schaden zwar über die Versicherung abgerechnet, aber nicht repariert haben. Beim zweiten, absichtlich herbeigeführten, Unfall sollen sie dann versucht haben, den ersten - weitaus größeren Schaden - noch einmal mitabzurechnen. Das ging jedoch schief. Nachdem ein Sachverständiger gemerkt hatte, dass hier der Schaden in Höhe von 6000 Euro aus der ersten Sache noch mal abgerechnet werden sollte, wurde ein neues Gutachten erstellt. Dieses Mal betrug der angegebene Schaden rund 1900 Euro. Undurchsichtig erschienen die beiden Versionen, die die beiden Angeklagten Richter Uwe Heiliger auftischten. Auf der einen Seite behauptete der 31-Jährige, das Auto habe seiner Freundin gehört, sie habe den Wagen gekauft, Versicherung und Steuern gezahlt. "Ich weiß, es klingt merkwürdig, aber ich habe für sie immer die Botengänge übernommen", sagte der 31-Jährige auf die Frage, warum immer er in Erscheinung getreten sei, wenn es um das Auto ging.

Fotos von den Schäden der Unfälle waren identisch

Nach dem zweiten Unfall habe man das Auto an einen Bekannten verkauft, der damit auch gefahren sei. Kurios: Der angebliche Käufer besitzt überhaupt keinen Führerschein. Und: Der Wagen wurde kurz drauf gestohlen und einige Zeit später in Holland gefunden. Gegen den 30-jährigen Chemie-Laboranten erhob der Angeklagte, der noch bei seiner Mutter lebt, schwere Vorwürfe. So habe er ihm 5000 Euro geboten, damit beide die mitangeklagte Ex-Freundin belasten. Das habe er aber abgelehnt. "Jetzt hat er sich mit ihr verbündet", behauptete der 31-Jährige. Ganz anders die Aussage der 20-Jährigen. Die Krankenpflegehelferin berichtete, dass ihr damaliger Freund sie überredet habe, den Kaufvertrag für das Auto pro forma zu unterschreiben und den Wagen vollkasko versichern zu lassen. Das Geld für den Wagen sei von Freunden von ihm geflossen, so ihre Aussage. Das Geld der Versicherung - es sollen rund 7000 Euro gezahlt worden sein - habe sie nie gesehen, es sei auf das Konto ihres Ex-Freundes geflossen. "Er hat mir versichert, den Schaden regulieren zu lassen", berichtete die junge Frau. Sie beteuerte vor Gericht: "Es war sein Auto, ich stand nur auf dem Fahrzeugbrief." Die beiden Gutachter wenigstens waren sich einig: Die Fotos von den Schäden der beiden Unfälle waren identisch. Weil die Aussagen der Zeugen die Version der 20 Jahre alten Angeklagten bestätigten, wurde das Verfahren gegen sie eingestellt. Das Los ihres Ex-Freundes ist dagegen noch offen. Ein Urteil wird Mitte Mai erwartet.

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