Interview: Kämmerer Johannes Slawig erklärt, warum die drohende Insolvenz der Stadthalle unbedingt vermieden werden soll.

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Die Stadthallen Betriebs GmbH droht, insolvent zu werden.

Die Stadthallen Betriebs GmbH droht, insolvent zu werden.

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Die Stadthallen Betriebs GmbH droht, insolvent zu werden.

Herr Slawig, die Stadthallenbetriebs GmbH weist seit vielen Jahren Verluste auf und ist auf dem direkten Weg in die Insolvenz. Wann ist die Gesellschaft pleite?

Johannes Slawig: Wenn nichts geschieht, dann wird es Ende dieses oder Anfang nächsten Jahres kein Eigenkapital mehr geben. Dann liegt die bilanzielle Überschuldung vor. Das ist ein Zustand, den die Stadt als Mehrheitsgesellschafter natürlich vermeiden will. Die Stadt darf aber kein Eigenkapital mehr zuschießen, weswegen es schnelle Maßnahmen zur Verbesserung der finanziellen Situation geben muss.

Vergangene Woche hat sich die Gesellschafterversammlung getroffen. Was ist beschlossen worden?

Slawig: In diesem Gespräch ist die Situation besprochen worden. Die Stadt hat zudem einen Gutachter beauftragt. Es handelt sich um Actori, die ja auch das Gutachten für die Wuppertaler Bühnen erstellt haben. Diese Unternehmensberatung ist im Bereich Kultur sehr gut aufgestellt. Wir erwarten im Oktober die Vorschläge von Actori.

"Es geht um alles, was den Fehlbetrag reduziert."

Geht es nur um Kostensenkungen oder auch um Einnahmeverbesserungen?

Slawig: Es geht um alles, was den Fehlbetrag reduziert. Das kann sowohl bei den Kosten als auch den Erlösen ansetzen. Da gibt es keine Tabus. Es gibt nur eine Vorgabe: Die Gesellschaft muss in Zukunft mit dem städtischen Betriebskostenzuschuss in Höhe von 900000 Euro im Jahr auskommen.

Wer sind die anderen Gesellschafter der Stadthallenbetriebs GmbH?

Slawig: Die Sparkasse, die Culinaria GmbH und die Hotelgruppe Baumhögger. Allerdings wird der Verlust nur durch die Stadt finanziert, die die Mehrheit der Anteile hält. Deswegen hat auch die Stadt das Gutachten in Auftrag gegeben, weil sie hohen Handlungsdruck hat.

Was geschieht, wenn Sie keine Lösung finden und die Gesellschaft in die Insolvenz geht?

Im Jahr 2009 hat die Stadthallen GmbH einen Verlust von 285 000 Euro eingefahren. Nur durch den abgeführten Gewinn der 2006 ausgegliederten Stadthallen Service GmbH in Höhe von 59 000 Euro konnte das Defizit auf 226 000 Euro begrenzt werden.

Die Stadthallen GmbH erhält von der Stadt Wuppertal einen jährlichen Betriebskostenzuschuss in Höhe von zirka 900 000 Euro. Rechnet man diesen zu den Verlusten von 2009, wird deutlich, dass die Stadthallen GmbH im vergangenen Jahr eine tatsächliche Unterdeckung in Höhe von etwa 1,2 Millionen Euro hatte.

Die Stadt darf ihren Zuschuss wegen des Nothaushaltes nicht erhöhen.

Slawig: Das darf, wie schon gesagt, nicht eintreten. Ich will keinen Insolvenzantrag für eine städtische Gesellschaft stellen. Das wäre jenseits des politisch Vorstellbaren. Es muss aber auch klar sein: Frisches Kapital von der Stadt kann es nicht geben.

"Die Stadthalle hat für die Wuppertaler Vereine eine besondere Bedeutung als Veranstaltungszentrum."

Stadthallen-Geschäftsführer Holger Kruppe hat im Geschäftsbericht in den Raum gestellt, die Rabatte für Wuppertaler Vereine zu verringern oder gar zu streichen. Was halten Sie davon?

Slawig: Das kann ich mir nicht vorstellen, weil die Stadthalle als Veranstaltungszentrum für Wuppertaler Vereine eine besondere Bedeutung hat. Auch die rabattierten Tarife sind schon relativ hoch. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass die Stadt als Hauptgesellschafter den Weg mitgehen würde, diese Tarife auf das übliche Maß anzuheben. Da müssen andere Maßnahmen ergriffen werden.

Zum Beispiel?

Slawig: Darüber sprechen wir im Oktober, wenn das Gutachten vorliegt.

Wie hoch ist derzeit die Auslastung der Stadthalle?

Slawig: Die Auslastung der Stadthalle ist sehr hoch.

Bringen nicht mehr Veranstaltungen die benötigten Erlöse?

Slawig: Eine nennenswerte Steigerung halte ich nicht für realistisch. Außerdem gab es auch vor der Wirtschaftskrise, bei einer noch höheren Auslastung einen Verlust.

"Sind die Veranstaltungen vom Ertrag her so angelegt, dass sie das wirtschaftliche Ergebnis der Stadthalle verbessern?"

Also ist die Gesellschaft strukturell unterfinanziert. Muss da nicht überlegt werden, die Preise zu erhöhen?

Slawig: Das ist ein Ansatzpunkt. Ein anderer ist der Veranstaltungsmix. Sind die Veranstaltungen vom Ertrag her so angelegt, dass sie das wirtschaftliche Ergebnis der Stadthalle im notwendigen Maß verbessern?

Leidet die Akquise hochwertiger Veranstaltungen in der Stadthalle unter dem bundesweiten Image, das Wuppertal in den vergangenen Monaten verpasst bekommen hat?

Slawig: Nein, Wuppertal hat sich in den vergangenen Monaten mit inzwischen sichtbaren ersten Erfolgen an die Spitze der Kommunen gestellt, die um eine vernünftige Finanzausstattung der Gemeinden kämpfen. Für die Akquise der Stadthalle sehe ich darin kein Problem. Da wirken sich andere Faktoren aus, allen voran eine generelle Zurückhaltung der Unternehmen bei Kongressen und Events.

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