Unternehmer Heinz Schmersal sieht hohe Kostensteigerungen. Der Oberbürgermeister weist dies zurück.

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Der Döppersberg droht, für den Wuppertaler Steuerzahler erheblich teurer zu werden.

Der Döppersberg droht, für den Wuppertaler Steuerzahler erheblich teurer zu werden.

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Der Döppersberg droht, für den Wuppertaler Steuerzahler erheblich teurer zu werden.

Döppersberg. Der Umbau des Döppersbergs wird nach Einschätzung des Wuppertaler Unternehmers Heinz Schmersal erheblich teurer als versprochen. Im Gespräch mit der WZ erklärte Schmersal: „Dieses Projekt, so wie es sich derzeit darstellt, wird die Stadt 300 Millionen Euro kosten, darunter ist das nicht zu machen.“ Peter Jung, Oberbürgermeister der Stadt Wuppertal, weist diese Behauptung vehement zurück und bezeichnete die Aussage Schmersals als „unseriös“.

Schmersal: Döppersberg ist mit Stuttgart 21 vergleichbar

Der Wuppertaler Unternehmer, er hat selbst als Bauleiter schon diverse Großprojekte gestemmt, geht jedoch sicher davon aus, dass die von der Stadt propagierten Baukosten in Höhe von 105 Millionen Euro keinesfalls zu halten sind. Schmersal geht noch weiter: Er vergleicht den Umbau des Döppersbergs mit Projekten wie Stuttgart 21 und dem Neubau des Berliner Flughafens. Auch bei diesen explodierten die Kosten während der Arbeiten.

„Das ist in Wuppertal das Gleiche wie in Stuttgart und Berlin“ sagt der gebürtige Wuppertaler und wirft der Stadtspitze die Unfähigkeit vor, die Kosten im Rahmen zu halten. Als nicht korrekt bezeichnet er es zudem, dass die Bürger über die zu erwartenden Kostensteigerungen nicht informiert würden. Einer der Belege für seine Einschätzung ist demnach, dass allein der Abriss des Bahnhofvorbaus schon 600 000 Euro teurer als geplant werde. „Wenn noch nicht einmal das funktioniert, wie soll das dann weitergehen“, fragt er.

Peter Jung wehrt sich. „Eine solche Zahl zu nennen, ist absolut unseriös. Herr Schmersal ist doch gar nicht in den Planungen drinnen.“ Laut Jung könne derzeit nicht abgeschätzt werden, was der Umbau kosten werde. Dies werde erst dann schätzbar, wenn die Ergebnisse der europaweiten Ausschreibungen für die ersten Bauabschnitte vorliegen würden. Laut Jung ist dies im Juni der Fall.

Er wollte jedoch nicht mehr ausschließen, dass der Umbau des Döppersbersg teurer werden könnte. Jung erinnerte daran, dass die Kostenbasis auf den Werten der Jahre 2007 und 2008 basiere. Zudem habe er nie gesagt, dass der Umbau nicht teurer werden könne. Sollte dies geschehen, müsse die Politik überlegen, welche Standards sie beim Döppersberg wolle.

„Wir werden alles tun, um das Projekt in diesem Rahmen abzuwickeln. Sollte es zu Kostensteigerungen kommen, müssen wir das Projekt um gewisse Dinge kürzen, die vielleicht schön wären, aber dann eben nicht verwirklicht werden können.“



Oberbürgermeister Peter Jung in einem WZ-Interview im Herbst 2010 zum Komplex Umbau des Döppersbergs auf die Frage: Können Sie heute garantieren, dass das Projekt nicht teurer wird? Auf die daraufhin folgende Frage im Interview: Das heißt, der Einsatz der Steuergelder bleibt auf 105 Millionen Euro beschränkt?, antwortete Jung wie folgt:



„Ja, der Einsatz öffentlicher Gelder bleibt auf 105 Millionen Euro beschränkt.“

Diese Aussage schränkt er nun ein und erklärte im Gespräch mit der WZ:



„Wir müssen abwarten, was die ersten großen Ausschreibungen für Ergebnisse bringen.“

Auf die anschließende Frage, was geschehe, wenn der bereits laufende Umbau auch nur 20 Millionen Euro teurer werde, antwortete er:



„Dann müssen wir schauen, was wir machen. Das Projekt kann ja nicht mehr gestoppt werden.“

Offiziell agiert die Stadt noch immer mit den 105 Millionen Euro. 65 Millionen davon sind Zuschüsse des Landes NRW, vier Millionen Euro werden von „privaten“ Partnern wie den Stadtwerken sowie der kommunalen Arbeitsgemeinschaft fließen und 36 Millionen bringt die Stadt auf.

Etwa 17 Millionen Euro werden über neue Kredite finanziert. 19 Millionen Euro erlöste die Stadt aus dem Verkauf von Anteilen der Stadtwerke.

Wird der Umbau nicht vollzogen, verfallen die 65 Millionen Euro an Fördergeldern.

Im WZ-Interview vom 5. November 2010 hatte Jung noch erklärt, dass der Umbau des Döppersbergs nicht teurer werden würde. Diese Aussage schränkt er nun ein: „Wir müssen abwarten, was die ersten großen Ausschreibungen für Ergebnisse bringen.“ Auf die Frage, was geschehe, wenn der Umbau auch nur 20 Millionen teurer werde, antwortete der Oberbürgermeister: „Dann müssen wir schauen, was wir machen. . .“