Dramatisch: Die Zahl der gesammelten Elektrogeräte sinkt um 70 Prozent.

Umweltausschuss
Begehrt: Die AWG versucht seit Jahren, möglichst viel Elektroschrott selbst einzusammeln und dabei Dieben zuvorzukommen.

Begehrt: Die AWG versucht seit Jahren, möglichst viel Elektroschrott selbst einzusammeln und dabei Dieben zuvorzukommen.

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Begehrt: Die AWG versucht seit Jahren, möglichst viel Elektroschrott selbst einzusammeln und dabei Dieben zuvorzukommen.

Wuppertal. Die Zahlen aus dem Umweltausschuss sprechen für sich: Sammelte die AWG vor zehn Jahren in Wuppertal noch insgesamt 23 897 Waschmaschinen, Elektroherde, Wäschetrockner und Geschirrspüler ein, waren es 2011 gerade noch 6853 Geräte.

„Es geht hier um richtig viel Geld.“

Bernd Dillbohner von der AWG zu Einbußen durch Schrottdiebe

Eine Ursache des Rückgangs von gut 70 Prozent bei Elektrogeräten liegt im Schrott-Diebstahl, der nach wie vor für erhebliche Probleme sorgt und die Erlöse zur Stabilisierung der Müllgebühren in Wuppertal bedroht.

Offen gelegt wurden die Zahlen auf Anfrage der Grünen, und Bernd Dillbohner von der AWG ließ in der Diskussion keine Zweifel aufkommen: „Es geht hier um richtig viel Geld.“

Nach einer Rechnung der Polizei hat eine Lieferwagenladung Schrott einen Wert von etwa 2000 Euro. Das ruft neben bekannten konventionellen Sammlern immer wieder Diebe auf den Plan, die es auch auf die begehrte „Weiße Ware“ abgesehen haben. Wie groß die Zahl der gestohlenen Altgeräte tatsächlich ist, lässt sich nicht genau beziffern: Einfluss auf die Bilanz hat auch das geänderte Konsumverhalten und die Rücknahme ausgedienter Geräte durch den Fachhandel.

Tatsache ist: Mit Schrott lässt sich nach wie vor gutes Geld verdienen, und die AWG steuert dem Diebstahl bereits seit Jahren gegen: Zuletzt durch Sammelbehälter für Elektroschrott oder auch durch veränderte Abfuhr-Strategien im Rahmen der Sperrmüllsammlungen.

Nach Angaben der Stadt werden für eine Tonne Mischschrott derzeit etwa 210 Euro gezahlt. Bei Altkleidern liegt der Tonnenpreis zwischen 210 und 300 Euro.

„Die Mengen an Schrott, die der Stadt durch mobile Sammler entzogen werden, lassen sich nicht quantifizieren“, erklärt die Stadt auf Anfrage der Grünen. Man gehe von „relevanten Mengen“ aus, die gestohlen werden. Auch bei Altkleidern gibt es immer wieder Ärger: So hat die Untere Abfallbehörde (UAB) in diesem Jahr bereits zwei Sammlungen von Alttextilien untersagt.

Im Visier hat die Stadt weniger traditionelle Schrotthändler, die sich eine Existenz aufgebaut haben, als vielmehr gut organisierte Banden, die gerne in Großstädten wie Wuppertal zuschlagen – auf Kosten der Gebührenzahler.

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