Die Wuppertaler Verwaltung gehört nach eigenen Angaben bundesweit zu denen mit dem modernsten Fuhrpark. Der Luftreinhalteplan erhöht den Druck.

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In der Feuerwache stellte die Stadt am Donnerstag neue, umweltschonende Wagen aus ihrem Fuhrpark vor.

In der Feuerwache stellte die Stadt am Donnerstag neue, umweltschonende Wagen aus ihrem Fuhrpark vor.

Andreas Fischer

In der Feuerwache stellte die Stadt am Donnerstag neue, umweltschonende Wagen aus ihrem Fuhrpark vor.

Wuppertal. Angesichts der Diskussionen um Umweltzonen und Luftreinhaltepläne gehen die Besitzer öffentlicher Fuhrparks immer wieder in die Offensive, wenn es um die Anschaffung umweltschonender Wagen geht. Haben die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) in den vergangenen Jahren mit Blick auf neue Linienbusse wiederholt auf die Entwicklung bei der Abgastechnik hingewiesen, war am Donnerstag die Stadtverwaltung am Zug. 

Fast die Hälfte der Stadtwagen ist weniger als fünf Jahre alt

"Der Fuhrpark der Stadt wird Stück für Stück umweltfreundlicher", heißt es beim Pressetermin in der Hauptfeuerwache. Fakt ist: Von insgesamt 389 städtischen Fahrzeugen, sind 182 Wagen maximal fünf Jahre alt. Von 120 Fahrzeugen, die es bereits auf mehr als zehn Jahre bringen, will man sich bis 2012 trennen, um die Flotte modernisiert zu haben.

Der Stadt sei es wichtig, bei ihren Dienstwagen mit gutem Beispiel voranzugehen, erklärt Thomas Uebrick, Geschäftsbereichsleiter für Schutz und Ordnung. Hinzu kommt, dass der Luftreinhalteplan der Bezirksregierung - ein Element sind die umstrittenen Umweltzonen - gerade auch eine Verjüngung der städtischen Fuhrparks fordert.
Auf diesem Gebiet sei man seit Jahren ohnehin bundesweit führend, betont Hans-Jürgen Trilling, der den Fuhrpark der Stadt leitet: "Weil viele Fahrzeuge geleast werden, ist außerdem ein schnellerer Umtausch möglich."

So könne man in aktuelle und damit umweltschonende Technik investieren. Der Rückgriff auf Kleinwagen mit geringem Kohlendioxid-Ausstoß gehört ebenso zur Strategie wie der Einsatz von Erdgas-Wagen in der Mittelklasse und Rußpartikelfilter bei Dieselmotoren. Und: Geplante Neuanschaffungen prüfe man zuvor auf Herz und Nieren im Tagesbetrieb, da "die Herstellerangaben beim Kraftstoffverbrauch in vielen Fällen zu niedrig sind."

Baudezernent entscheidet sich für einen Kleinwagen

Wuppertals neuer Baudezernent Frank Meyer scheint diese Maßgaben beim Dienstauto verinnerlicht zu haben: Er entschied sich für einen Fiat 500-Kleinwagen - mit einem um 80 Prozent niedrigeren Stickoxyd-Ausstoß und einer Kohlendioxid-Reduzierung von 35 Gramm pro Kilometer.

Neu angeschafft hat die Stadt unter anderem zwei Passat Ecofuel, die der ADAC mit fünf Umweltsternen ausgezeichnet hat. Baudezernent Frank Meyer greift mit einem Fiat 500 auf einen Kleinwagen zurück. Mit Erdgas fährt bei der Stadtverwaltung ein neuer Opel Combo CNG - und auch drei Ford Focus Econetic wurden neben einem VW Caddy Ecofuel in die Fahrzeugflotte aufgenommen.

Zum Fuhrpark der Stadt - ausgenommen sind der Eigenbetrieb für Straßenreinigung (ESW) sowie die Feuerwehr - gehören derzeit insgesamt 389 Fahrzeuge. Darunter sind 169 Pkw, 88 Lkw, 61 Zug- und Arbeitsmaschinen sowie 71 Anhänger.

Nach Angaben der Stadt sind 55 der 389 Fahrzeuge maximal zwei Jahre alt, 127 Wagen sind zwischen zwei und fünf Jahre alt. 87 Fahrzeuge bringen es auf bis zu zehn Jahre. 120 sind noch älter und sollen in den nächsten Jahren ersetzt werden, so dass bis zum Jahr 2012 der städtische Fuhrpark weitgehend auf dem aktuellen Stand der Technik ist.

Anschaffungs-Kriterium bei Lastwagen ist die "Add-Blue"-Technologie: Bei diesem Verfahren wird Kraftstoff Harnstoff hinzugefügt, was die Stickoxyde in Abgasen zu unschädlichem Stickstoff reduziert.

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