Viele Wagen machen bei der Kehrtwende an der Wagenhalle nach wie vor Krach: Das Sprühsystem gegen den Lärm läuft noch nicht rund.

Oberbarmen
Lauschen an der Schwebebahn: Gisela Schwarzenberger vom Wanderkreis Grün-Weiß hört dem Wagen beim Wendemanöver in Oberbarmen zu.

Lauschen an der Schwebebahn: Gisela Schwarzenberger vom Wanderkreis Grün-Weiß hört dem Wagen beim Wendemanöver in Oberbarmen zu.

Andreas Fischer

Lauschen an der Schwebebahn: Gisela Schwarzenberger vom Wanderkreis Grün-Weiß hört dem Wagen beim Wendemanöver in Oberbarmen zu.

Oberbarmen. Mal hört man an der Wagenhalle der Schwebebahn in Oberbarmen mal ein dezentes Schleifen, mal ein lautes Quietschen: Nach wie vor machen die Züge des Wuppertaler Wahrzeichens bei ihrer Kehrtwende hinter der Endstation Lärm. Um den auf Dauer in den Griff zu bekommen, wird der Fahrweg dort nicht nur mit Fett geschmiert, sondern auch per Sprühanlage mit einem dünnen Wasserfilm versehen. Genau dabei gibt es aber nach wie vor technische Probleme, räumen die Stadtwerke ein.

Die Zeit läuft: Am 4. April soll alles reibungslos laufen

„Die Anlage funktioniert leider immer noch nicht so, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Michael Krietemeyer, Projektleiter beim Umbau der Schwebebahn. Die Kombination aus Einfetten und Besprühen des Fahrwegs habe sich aber grundsätzlich bewährt und den Lärmpegel bereits um acht Dezibel und damit „deutlich hörbar“ gesenkt. „Wir sind der Meinung, dass das ein gutes System ist, und werden es noch nachbessern lassen.“

Spätestens bei der offiziellen Einweihung der Wagenhalle am 4. April – die Halle kostet zusammen mit der Endhaltestelle etwa 30 Millionen Euro – muss das System für den Lärmschutz dann aber reibungslos funktionieren. Und das im wahrsten Sinne des Wortes.

So rückt in der kommenden Woche der Hersteller des Systems an, um nachzusteuern: Im Moment tropft noch Wasser aus den Sprühdüsen. Erst, wenn die Anlage einwandfrei arbeite, werde man auch den hinteren Bereich der Wagenhalle mit einem solchen System versehen, erklärt Krietemeyer: Die neue Wagenhalle bietet künftig Platz für insgesamt 15 Schwebebahnen. Sie alle sollen möglichst leise manövriert werden. Auf lange Sicht wird dann auch die Quietschkehre in Vohwinkel mit einer Sprühanlage ausgestattet.

Die neue Fassade schirmt viel Lärm ab

Beim Ortstermin an der Wagenhalle in Oberbarmen zeigt sich eines deutlich: Seitdem ihre Fassade steht, ist es an den Wohnhäusern direkt nebenan leiser. Die in sich geschlossenen Glas- und Stahlelemente schirmen den Lärm ab. An der Kehre vorne in der Halle hängt die Lautstärke dagegen ganz vom jeweiligen Zug ab. „Jede Schwebebahn klingt anders“, meinen zum Beispiel auch die Mitglieder des Wanderkreises Grün-Weiß. Sie warten an diesem Morgen unterhalb der Wagenhalle auf den Linienbus 626, der sie zum Ausflug auf den Ehrenberg bringt.

Der Lärm der Schwebebahn sorgt seit gut einem Jahr für Kritik und Diskussionen in Oberbarmen und war auch im Verkehrsausschuss ein Thema: Er hat sich im Juni 2013 bei einem Ortstermin ein Bild von der Wagenhalle und vom Lärmproblem gemacht.
 

Nach wie vor führen die WSW Lärmmessungen unmittelbar an der Wagenkehre durch: Außerhalb der Wagenhalle gibt es zu viele Umgebungsgeräusche. Das Schmier- und Sprühsystem hat mehr als 15 000 Euro gekostet.
 

„Hier am Berliner Platz ist es doch auch so schon laut“, sagt zum Beispiel Gisela Schwarzenberger – mit Blick auf die Berliner Straße und die Eisenbahnstrecke in der Nachbarschaft. Da falle die nach wie vor vor sich hin quietschende Schwebebahn nicht weiter ins Gewicht. „Mal sehen, ob sie noch leiser wird.“

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