Elberfeld: Wie sich die Bezirksvertretung mit den Elberfelder Marktleuten streitet.

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Der Bunkereingang neben dem Brunnen soll verschlossen werden.

Der Bunkereingang neben dem Brunnen soll verschlossen werden.

Andreas Fischer

Der Bunkereingang neben dem Brunnen soll verschlossen werden.

Wuppertal. Wenig angetan war die Bezirksvertretung (BV) Elberfeld, als sie während ihrer jüngsten Sitzung über die Veranstaltung eines Fischmarktes auf dem Laurentiusplatz befinden sollte. Witzeleien traten da an die Stelle sachlicher Argumente. Dennoch bestand ein seltsam einstimmiges Votum gegen die Marktschreier, die eben diesen Fischmarkt hatten veranstalten wollen; es wird also keinen Fischmarkt auf dem Laurentiusplatz geben.

Andeutungsweise war zu vernehmen, dass die Entscheidung zu einem Thema im Kontext stand, das gleich im Anschluss verhandelt wurde. Bereits im Dezember hatte das Ressort Straßen die BV darüber unterrichtet, dass eine Schließung des Bunkereinstiegs neben dem Neumarktbrunnen geplant sei (die WZ berichtete). Auf diesen unschönen Zugang zur Schutzanlage unter der City könne man verzichten, weil es einen zweiten Einstieg gebe. Nur müsse der Deckel so ausgeführt sein, dass er Schwerlastern standhalte und sich im Bedarfsfall auch bequem wieder öffnen lasse.

Marktbeschicker sollten sich finanziell beteiligen

Vor diesem Hintergrund und der Prämisse, dass eine optisch vertretbare Lösung mit einer Abschlusspflasterung aus Natursteinen gewünscht ist, ergibt sich eine Kostenschätzung von immerhin 8500 Euro.

Während durch einen Versicherungsschaden bereits 1800 Euro gedeckt sind, stellte die BV in Aussicht, die Restsumme zu zahlen, hoffte aber auf Beteiligung der Elberfelder Marktgemeinschaft. Die nämlich stellt ihre Ware im Bunker ab und ist damit einziger Nutzer des unterirdischen Raumes. So wurden die Marktbeschicker zum Ortstermin gebeten, versprachen Rückmeldung bis Jahresanfang - reagierten aber auch auf ein Schreiben vom 7. Januar erst Mitte Februar mit einem Telefonat.

Da hieß es, der Vorstand der Marktbeschicker lehne eine Beteiligung ab, weil der Neumarkt in geschäftlicher Hinsicht ohnehin an Attraktivität verliere und immer weniger Händler bereit seien, dort frische Ware anzubieten. Im Übrigen stehe man derzeit in der Verpflichtung, unerwartet hohe Steuerschulden zu begleichen und habe "keinen Spielraum für Sonderausgaben". Blumenkästen zur Verschönerung des Geländers wolle man aber gerne zur Verfügung stellen, lautete der Vorschlag seitens der Marktbeschicker.

Bezirksvertreter fühlen sich verspottet

Bezirksbürgermeister Hans Jürgen Vitenius (SPD) kommentierte, dieser Vorschlag laufe auf eine Verspottung der Bezirksvertreter hinaus. Die BV beschloss daher zähneknirschend, die Restsumme von 6700Euro komplett aus eigener Tasche zu zahlen. Die Arbeiten sollen noch im Frühjahr beginnen. Als Bauzeit sind drei Wochen veranschlagt.

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